Video

Marius Bear: «Ich bin nicht sonderlich Award-geil»

Marius Bear hat seit Samstag einen Betonklotz. Er bekam die Nachwuchs-Auszeichnung als «Best Talent» an den Swiss Music Awards. Der junge Sänger aus dem Appenzellerland im Siegerinterview über Anerkennung, Geld und Talent.

Michael Graber
Drucken
Teilen
Marius Bear bedankt sich für die Auszeichnung als «Best Talent». (Bild: Keystone)

Marius Bear bedankt sich für die Auszeichnung als «Best Talent». (Bild: Keystone)

Marius Bear, der Soul-Brummler aus dem Appenzellerland hat am Samstag einen Swiss Music Award als «Best Talent» gewonnen. Wir erreichen ihn am Sonntagmorgen bei Kaffee und Brötli.

War es eine kurze Nacht?

Marius Bear: Eher. Ich bin um halb Vier ins Bett gekommen und um halb Neun hat der Wecker schon wieder geklingelt. Aufstehen war aber kein Problem, nach einem solchen Abend kann man gar nicht lange schlafen.

War Einschlafen schwieriger als das Aufstehen?

Nicht unbedingt. (lacht). Ich hatte schon in bisschen was getrunken – da schlafe ich jeweils schnell ein.

Hand aufs Herz: Wie überrascht waren Sie ob Ihrem Sieg?

So mittel. Ich wusste ja, dass viele Leute für mich gevotet haben. Vom Dorfladenbesitzer im Appenzell bis zum Kollegen vom Kollegen vom Kollegen.

Eine Rede hatten Sie aber trotzdem nicht vorbereitet?

Nein. Ich finde, das muss in solchen Momenten aus dem Bauch kommen. Ich wurde aber schon ein bisschen nervös, als ich sah, dass alle anderen Listen haben mit Namen von Leuten, denen sie danken wollen.

Und dann kommen Sie auf die Bühne und sagen, «ich zittere wie ein nasser Hund»

Habe ich das auf der Bühne gesagt? Das weiss ich gar nicht mehr. Ich war sehr überwältigt.

Was bedeutet die Auszeichnung als «Best Talent»?

Das ist ein geniales Sprungbrett für mich als Musiker. Es kommt auch zu einem idealen Zeitpunkt: Bald erscheint meine Single und das gibt natürlich schon noch einmal Schub.

Was ist wichtiger: Die Wirkung oder das Preisgeld von 10'000 Franken?

Sicher die Aufmerksamkeit. Geld hat man jeweils schnell aufgebraucht. Ich habe auch gesagt, dass ich jedem meiner Musiker etwas davon abgebe. Alles was jetzt mit medialer Beachtung und Airplay am Radio abgeht, ist aber ungleich wertvoller.

Fühlen Sie sich immer noch als «Talent»? Sind Sie nicht schon einen Schritt weiter?

Talent ist ja ganz grundsätzlich etwas, dass man das Leben lang behält – das passt schon.

Und im nächsten Jahr dann «Best Breaking Act»?

Ich bin nicht sonderlich Award-geil, aber wenn ich wieder etwas gewinne, habe ich natürlich Freude wie ein kleiner Bub.

Marius Bear spielt am 23. Februar in der Grabenhalle in St.Gallen