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Maria Magdalena: Von der Hure zur Heiligen erklärt

Rolf Breiner

Kino Die Wegbegleiterin Maria Magdalena, in den vier Evangelien namentlich oder indirekt erwähnt, war ein Subjekt der Spekulation – von der Kirche als Sünderin stigmatisiert bis hin zum Bestsellerautor Dan Brown «The Da Vinci Code» und seiner Verschwörungstheorie. Die Katholische Kirche hat sie erst vor zwei Jahren als «Apostolin der Apostel» rehabilitiert. Maria von Magdala, einem Fischerdorf in Galiläa, ging ihrer Familie zur Hand, verweigerte sich aber einer Verheiratung. Man glaubte, sie sei von Dämonen besessen. Halb von Sinnen durch «Teufelsaustreibung» begegnete sie Jesus von Nazareth, folgte ihm gegen alle Widerstände und wurde seine treuste, verständigste Begleiterin – bis zur Kreuzigung. Sie begleitet den Messias bis zum Tod, zur Grablegung, während die Jünger sich verkriechen.

Überzeugende Maria, Fehlbesetzung bei Jesus

Regisseur Garth Davis («Lion») sowie seine britischen Autorinnen Helen Edmundson und Philippa Goslett beziehen klare Position. Es sind die Männer, die Jesu Botschaft missverstehen. Das gilt sowohl für den Schwarzen Simon Petrus als auch für Judas Iskariot, der vom Erlöser einen irdischen Kraftakt und gewaltsamen Umsturz erwartet und deshalb zum Verräter wird. Der Film behandelt bekannte Episoden wie die Wiederbelebung des Lazarus, die Fusswaschung oder Judas’ Kuss nebensächlich. Bemerkenswert ist, dass das Abendmahl nur beiläufig stattfindet, allerdings mit Maria Magdalena in der Mitte der Jünger. Das Heilsdrama konzentriert sich auf sie, die sich im Geiste dem Heilsverkünder hingibt (ohne erotische Anspielung) und begreift, dass die Erneuerung, das Reich Gottes, von Menschen ausgeht und im Inneren stattfindet.

Greig Frasers Kamera spiegelt Empfindungen über Gesichter wider, vor allem bei der überzeugend leidenden Rooney Mara als Maria Magdalena. Joaquin Phoenix als Jesus ist eine Fehlbesetzung. Seine Leidensmiene bleibt starr und steif. Auch wenn diese Biografie konservativ und brav ausfällt und sich auf keine Spekulation (war Maria Magdalena die Geliebte Jesu?) einlässt, fasziniert der Spielfilm als Glaubensdrama und (biblisches) Monument der Emanzipation: Die Jüngerin Maria Magdalena (Jesus: «Sei meine Hand») wird rehabilitiert, gleichzeitig aber auch zur feministischen Lichtgestalt hochstilisiert. Kein mutiges Werk, es gefällt sich als geschöntes zeitgemässes Frauenbild, das niemandem wehtut.

Rolf Breiner

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