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«Man wollte die Leichen haben»: Konstanzer Ausstellungen über den gefährlichen Bodensee

Wetterextreme und Unglücksfälle am Bodensee zeigt die Sommerausstellung im ­Rosgartenmuseum. Aber das ist längst nicht alles, was Konstanz in diesem Jahr zu bieten hat.
Dieter Langhart
Unterwegs auf dem Eis an der Seegfrörni 1969: Das Rosgartenmuseum Konstanz zeigt «Der gefährliche See». (Bild: Archiv Gemeinde Langenargen)

Unterwegs auf dem Eis an der Seegfrörni 1969: Das Rosgartenmuseum Konstanz zeigt «Der gefährliche See». (Bild: Archiv Gemeinde Langenargen)

Ist der Sommer heiss, bleiben die Besucher aus und hocken in der Badi und im Biergarten. Das ist keine Bauernregel, sondern eine Erfahrung, die Tobias Engelsing gemacht hat. Und nicht nur er. Der Direktor der städtischen Museen Konstanz sagt dennoch: «Wir sind zufrieden.» Das ist nett. Die vier städtischen Museen haben vergangenes Jahr zwar rund 70000 Besucher gezählt, das sind aber 16000 weniger als 2017. Klar, die fünf Jahre zum Konstanzer Konzil waren sehr erfreulich, auch dank der landesweiten Werbung – heuer pendelt sich die Stadt wieder auf den Normalzustand ein.

Der gefährliche See

Konstanz hat eine grosse Ausstellung vor, die auch die Rheintaler und Thurgauer angeht. Deftig der Titel: «Der gefährliche See», deftig das Thema, denn der Bodensee ist nicht nur Idylle. Über Jahrhunderte trat er über die Ufer und überspülte Dörfer und Felder, verschlang Fischer, Lastensegler und Dampfschiffe in seinen Stürmen, der Alpenrhein schwemmte Treibholzmengen heran.

Und wenn der Winter ganz streng war, tummelten sich Tausende auf dem tückischen Eis, zuletzt 1880, 1929, 1963. Doch jetzt, wo der Klimawandel winkt, wird die Seegfrörni zur ­Erinnerung.

Einmalige Relikte und ­geheimnisvolle Funde

Die kommende Ausstellung im Rosgartenmuseum erzählt alte Geschichten vom gefährlichen See. Sie zeigt Kunstwerke aus der Alpen- und Seeregion, sie erinnert an die Not im Rheintal vor der Rheinkorrektur, an das Hochwasser in Steckborn 1926 oder an spektakuläre Unglücksfälle auf dem See – und die Bergung von Schiffen, denn «man wollte die Leichen haben», sagt Tobias Engelsing. Ab 26. Juni sind Relikte zu sehen und geheimnisvolle Funde aus den Tiefen des Sees, die aus Museen, Archiven und Sammlungen der drei Anrainerstaaten stammen. Dazu gibt’s ein reiches Rahmenprogramm und ein spannendes Begleitbuch.

Ein Knackpunkt bleibe die Museumspädagogik. Im Rosgartenmseum und im Bodensee-Naturmuseum zeigen die Zahlen zwar nach oben, doch Schulen zu erreichen, bleibe schwierig. «Die Schweizer Schulen sind die treuesten, bis hinab nach Zürich», sagt Tobias Engelsing. Und er weiss: «Spielerische Vermittlung mit Aktions- und Lernprogrammen ist am sinnvollsten.»

Narwalzähne oder Künstler auf Entdeckungstour?

Tobias Engelsing freut sich zwar, dass im April das Kunstdepot eröffnet, aber er wünscht sich nicht zwingend mehr Ausstellungsfläche, sondern welche für Sonderausstellungen, denn die historischen Gebäude haben nach wie vor keine Klimaanlage. Das betrifft vor allem die Wessenberg-Galerie. «Im Sommer können wir keine Ausstellungen mit Leihgaben planen», sagt Leiterin Barbara Stark, «und müssen auf unsere Sammlung zurückgreifen. Ende April endet die Ausstellung zu Heinrich Schmidt-Precht, ab dem 11. Mai geht’s «On the Road». Künstler auf Entdeckungstour werden gezeigt: etwa Jakob August Laurent, dessen Fotografien aus Griechenland noch nie gezeigt worden sind.

Das Naturmuseum im Sealife bleckt die Zähne. Aufhänger der Sonderausstellung ab März ist ein Narwalzahn; zu sehen sind Schädel und Gebisse aus dem ganzen Tierreich. Und das Hus-Haus befasst sich mit dem hundertjährigen Bestehen der Hus-Museum-Gesellschaft in Prag.

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