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«Man staunt manchmal, wie absurd das Leben ist»

Nachgefragt

Der Bündner Schriftsteller Arno Camenisch schöpft bei allen seinen Büchern aus seiner Biografie. Aufgewachsen im Bergdorf Tavanasa, absolvierte er das Literaturinstitut in Biel, wo er seither lebt, und schreibt ein erfolgreiches Buch nach dem anderen.

Haben Sie auch schon wie Ihre Helden Paul und Georg am Skilift die zermürbende, aber lebensphilosophisch lehrreiche Warterei erlebt?

Das ist natürlich meine Kindheit, wir sind sozusagen mit den Ski an den Füssen aufgewachsen und haben jede freie Minute am Skilift verbracht, bei jedem Wetter! Daher ist mir das Setting sehr vertraut. Ich mag die Drehbewegung, das ist wie eine Metapher, da kommt immer wieder ein ­Bügel und somit eine Geschichte nach. Auch hat mein Vater eine Zeit lang am Skilift gearbeitet. Das Warten an sich kenne ich bestens aus dem Leben, ist ja ein wesentlicher Bestandteil.

Kägifrettli und Zigarettli scheinen ein durchgängiges Überlebenselixier für Ihre Romanhelden zu sein. Machen Kägi und Zigi auch Ihr Leben erträglich?

Ich liebe natürlich Kägifret, und hin und wieder gibt es auch ein Zigarettli. Meine Figuren haben das wohl von mir, der Genuss, die kleinen Freuden, lässt sie etwas über die Unwägbarkeiten des ­Lebens hinwegschauen.

Woher nehmen Sie alle die Katastrophenfälle her, die auch in Ihrem neuen Roman so lustvoll-grotesk die Sterblichkeit, den existenziellen Abgrund, den schaurigen Zufall ins Spiel bringen?

Die Fantasie spielt da eine grosse Rolle, aber im Kern ist immer ­alles wahr. Einen Teil habe ich selber erlebt oder gesehen, einen Teil gehört, und ich verdichte das dann alles zusammen zu einem Text. Man staunt manchmal, wie absurd das Leben ist, und die Summe vom Absurden, das sind dann wir.

Ihr neuer Roman würde sich wie Ihre vorherigen bestens für einen kabarettistischen Abend eignen. Denken Sie bereits beim Schreiben an diese Möglichkeit, oder ist das schon in Planung?

Geplant ist noch nichts. Ein Text sucht und findet im besten Falle seine Form. Ich denke beim Schreiben nicht daran, was ­danach mit dem Text passiert. Aber ich denke schon, dass die Texte sehr gut auf die Bühne passen würden. Wenn ich einen Text schreibe, muss ich das fühlen, was da passiert, und muss es vor dem inneren Auge sehen. (hak)

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