«Man getraut sich nicht, hineinzugehen»

Brigitte Knöpfel, diesen Monat offeriert die Galerie vor der Klostermauer ein kostenloses Kulturprogramm auf der Gasse vor der Galerie. Warum? Zum einen feiern wir unsere 300. Ausstellung.

Christina Genova
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Brigitte Knöpfel Vorstandsmitglied Galerie vor der Klostermauer, St. Gallen (Bild: pd)

Brigitte Knöpfel Vorstandsmitglied Galerie vor der Klostermauer, St. Gallen (Bild: pd)

Brigitte Knöpfel, diesen Monat offeriert die Galerie vor der Klostermauer ein kostenloses Kulturprogramm auf der Gasse vor der Galerie. Warum?

Zum einen feiern wir unsere 300. Ausstellung. Zum andern wollen wir die Galerie etwas öffnen – auch für ein jüngeres Publikum. Wir haben das Gefühl, dass es gegenüber Galerien Berührungsängste gibt. Man getraut sich nicht, hineinzugehen.

Ist Ihnen dies bis jetzt gelungen?

Von vielen Besuchern haben wir die Rückmeldung erhalten, dass Sie diesen Ort bis jetzt nicht kannten und nicht wussten, wie schön es hier ist. Wir hoffen, dass sie zurückkehren, um die eine oder andere Ausstellung in der Galerie zu besuchen.

Vor zwei Jahren stand die Galerie vor dem Aus. Der ganze Vorstand musste erneuert werden, es kam zu einem Generationenwechsel. Auch Sie traten damals neu ein. Wie sieht die Situation heute aus?

Die Entwicklung ist sehr erfreulich. Im letzten Jahr hatten wir viele Besucher und sehr unterschiedliche Ausstellungen. Wir durften auch einige neue Mitglieder begrüssen.

Sie offerieren regionalen Kunstschaffenden zu günstigen Konditionen die Möglichkeit, bei Ihnen auszustellen. Werden Sie von Anfragen überrannt?

Das ist sehr unterschiedlich. Dieses Jahr hatten wir keinen riesigen Ansturm und mussten aktiv auf Künstler zugehen; vielleicht waren sie im Zusammenhang mit dem Wechsel im Vorstand verunsichert. Für nächstes Jahr hingegen sind wir bereits ausgebucht.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im Vorstand?

Häufig hört man Klagen, in St. Gallen laufe nichts. Statt mich zu beschweren, beschloss ich, es selbst in die Hand zu nehmen. Ich bin Grafikerin und stellte mich deshalb für die Werbung zur Verfügung. Weil wir etwas wenig Leute im Vorstand sind, darf und soll jeder von uns auch kuratieren. Das habe ich mir anfangs nicht zugetraut. Mittlerweile gefällt mir diese Arbeit sehr gut.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Galerie, die es schon seit 48 Jahren gibt – gemäss Eigenwerbung der kleinsten und schönsten St. Gallens?

Ich wünsche mir, dass die nächsten 48 Jahre auch so bunt und wild sein werden wie die vergangenen.

Heute, 20.30 Uhr, Nathalie Hubler, Theaterimprovisation; 22.8., 21 Uhr, Jazz mit Claude Diallo; 24/25.8., 21 Uhr, Kino uf de Gass. Gabriela Falkner arbeitet heute von 15 bis 18 Uhr und morgen von 12 bis 15 Uhr an ihrem Fotografieprojekt.

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