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LYS ASSIA: Die Berühmteste ihrer Zeit

Schlagersängerin Lys Assia ist gestern im Alter von 94 Jahren gestorben. Noch bis ins hohe Alter stand sie auf der Bühne – und sorgte für Schlagzeilen.
Lugano, 1956: Lys Assia bei ihrem Auftritt am Eurovision Contest. (Bild: Jacques Munch/AFP)

Lugano, 1956: Lys Assia bei ihrem Auftritt am Eurovision Contest. (Bild: Jacques Munch/AFP)

Berühmt geworden war sie 1950 mit «O mein Papa», und 1956 gewann Lys Assia mit dem Lied «Refrain» den Prix Eurovision de la Chanson, den heutigen Euro­vision Song Contest. Es war die erste Austragung, und Assia sollte bis heute die einzige Schweizerin bleiben, die den Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Im Alter von 94 Jahren ist Lys Assia nun gestern im Spital Zollikerberg verstorben. Ihr ehemaliger Sekretär Jean Eichenberger bestätigte eine Meldung von blick.ch. Assia hatte die letzten Tage seit Montag im Spital Zollikerberg verbracht.

Die 77-jährige Lys Assia bei ihrem Auftritt am 21. November 2001 im Luzerner Hotel Montana, anlässlich einer Veranstaltung zum Gedenken an den Komponisten Paul Burkhard. (Bild: Keystone)
Sie stand am Grand Prix der Volksmusik vom 24. August 2007 zusammen mit Beatrice Egli auf der Bühne. (Bild: Keystone)
Der Komponist Paul Burkhard (3. von links) spaziert mit der Sängerin Lys Assia (rechts neben ihm) und weiteren Begleitern am Concours Eurovision de la Chanson am 11. März 1958 durch die Strassen von Hilversum, Niederlande. Lys Assia belegte mit dem von Burkhard komponierten Lied "Giorgio", den 2. Platz. (Bild: Keystone)
Portrait vom Oktober 1979. (Bild: Keystone)
Portrait aus den 1970er Jahren. (Bild: Keystone)
Am 1. Mai 2011 bei einem Auftritt auf dem Flughafen von Düsseldorf. (Bild: Keystone)
Auf dem Roten Teppich während des Rose d'Or-Festival am 10. Mai 2012. (Bild: Keystone)
In der Wiener Stadthalle ist Lys Assia am 23. Mai 2015 beim ESC dabei. (Bild: Keystone)
In Neuenburg werden die Werke des 26-jährigen Malers Nino Bellini (links) ausgestellt. An der Vernissage unterhält er sich mit der Schauspielerin Marianne Koch (2.v.l.), ihrem Ehemann Gerhard Freund (3.v.l.) und Lys Assia (rechts). Aufgenommen am 13. Oktober 1962. (Bild: Keystone)
Ein Aufnahme von Lys Assia, aufgenommen nach der Aufzeichnung der Talkshow «Menschen bei Maischberger» in Köln. (Bild: Keystone)
10 Bilder

Aus dem Leben von Lys Assia

Assia stand noch bis ins hohe Alter auf der Bühne. Zweimal versuchte sie, an ihren Erfolg am Eurovision Song Contest anzuknüpfen: einmal mit dem nostalgischen «C’était ma vie», einmal mit einer Kooperation mit den Berner Rappern New Jack. Beide Male wollte das Schweizer Publikum sie jedoch nicht an den Eurovision Song Contest schicken. Zu ihrem 90. Geburtstag vor vier Jahren hatte Assia gegenüber der SDA gesagt: «Wissen Sie, das war ja nicht geplant, dass ich so alt werde, das hat der liebe Gott so gewollt. Ich mache einfach das Beste draus und lasse mich nicht unterkriegen.» Sie liess sich nicht unterkriegen – und sie hielt sich auch verbal nicht zurück. So machte sie etwa mit Seitenhieben gegen Schlagerstar Beatrice Egli von sich reden, mit der sie 2007 am Finale des Grand Prix der Volksmusik auftrat.

Karriere wie im Märchen

Lys Assia wurde am 3. März 1924 in Rupperswil AG geboren. Ihr Vater besass eine Spenglerei, ihre Mutter hatte adlige Wurzeln. Lys, die damals noch Rosa hiess, nahm als Kind Ballettunterricht, liess sich später zur Koloratursopranistin ausbilden und ging als Sängerin und Tänzerin ins Ausland.

Im Krieg tourte sie durch Frankreich – in einem Revue-Programm, das «Sourire de Suisse» hiess. 1942 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag, 1948 ersetzte sie die berühmte Josephine Baker im Club Champs-Elysées. Im Jahr darauf entdeckte sie bei einem Besuch beim befreundeten Zürcher Komponisten Paul Burkhard die Noten von «O mein Papa», einem Lied aus der 1939 uraufgeführten Operette «Der schwarze Hecht». Assias Version wurde ein Welthit und sie selber zu einer der berühmtesten Schlagersängerinnen ihrer Zeit.

Sie gastierte in den Varietépalästen Europas, Nordafrikas, der USA und Südamerikas, hatte in Caracas und London eigene Fernsehshows, sang vor Queen Elizabeth II, Eva Perón und König Faruk und stand neben Weltstars wie Dean Martin und Marlene Dietrich auf der Bühne. Auf Anraten ihres Berufskollegen und Landsmanns Vico Torriani konzentrierte sie sich aber auf Deutschland, die damalige Hochburg des Schlagers. Dort hatte sie Hits wie «Arrivederci Roma», «Wenn die Glocken hell erklingen» und «Was kann schöner sein» (Que sera). 1953 heiratete sie den Zürcher Industriellen Henry Kunz, der schon 1957 verstarb. 1963 ging sie mit dem dänischen «Hotelkönig» Oscar Pedersen ihre zweite Ehe ein. Er taufte ihr zu Ehren ein Hotel in Lübeck «Lysia».

1995 begann eine Pechphase: Zuerst starb ihr Mann bei einem Autounfall, sie selber wurde verletzt. Im Jahr drauf musste sie sich einer Herzoperation unterziehen. 2004 wurde sie in ihrer Villa in Cannes überfallen. Damals war der Umzug an die Goldküste schon geplant, und er brachte ihr Glück. Den Höhepunkt bedeutete im Jahr 2008 der Ehren-Prix-Walo. (sda)

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