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Wende im Konflikt um «21st Century Concerts»: Pirmin Zängerle verzichtet auf bisheriges Label

Seit Längerem gibt es einen Konflikt zwischen dem 21st Century Orchestra und der Veranstaltungsreihe 21st Century Concerts von Pirmin Zängerle, seinerseits der ehemalige Produzent des Orchesters. Einer der Hauptstreitpunkte sind die sehr ähnlich klingenden Labels. Pirmin Zängerle hat sich nun entschieden, mit «City Light Concerts» eine neuen Namen zu wählen.
Interview: Roman Kühne
Pirmin Zängerle, Konzertveranstalter und früherer Produzent des 21st Century Orchestra. (Bild: PD)

Pirmin Zängerle, Konzertveranstalter und früherer Produzent des 21st Century Orchestra. (Bild: PD)

Pirmin Zängerle, neu heisst Ihre Konzertreihe «City Light Concerts». Ein eher über­raschendes Einlenken.

Der Name widerspiegelt die Bandbreite unserer Konzertproduktionen. Nachdem das 21st Century Orchestra im Frühling die Zusammenarbeit mit mir als Veranstalter einseitig aufgekündigt hat, habe ich dem Orchester ein Angebot für eine weitere, längerfristige Zusammenarbeit gemacht. Dies wurde vom Orchestervorstand abgelehnt. Auch deshalb haben wir entschieden, uns künftig neu zu positionieren.

Der alte Name war aber als Marke ziemlich etabliert.

Unser Kerngeschäft bleibt die Filmmusik, von Klassikern bis zu aktuellen Hits. Auf der anderen Seite veranstalten wir auch klassische Konzerte. Wir haben deshalb einen Namen gesucht, der gleichermassen klassisch und urban wirkt, und der auch zu Luzern und zum KKL passt. Ich bin überzeugt, dass der Name «City Light Concerts» bei Publikum und Partnern gut ankommt. Erste positive Rückmeldungen stimmen mich zuversichtlich.

Befürchten Sie nicht, dass der Name weniger Leute anzieht?

Nein, das Publikum interessiert primär die Filmtitel und das Konzertereignis in einem grossartigen Ambiente. Unsere Zuschauer kommen aus der ganzen Deutschschweiz. Und da stehen klar die Filmauswahl und das KKL im Vordergrund. Der Name des Veranstalters ist da sekundär.

Ludwig Wicki, Dirigent des 21st Century Orchestra, hat in einem Interview angetönt, dass auch rechtliche Schritte unternommen worden sind.

Ich äussere mich nicht zu Andeutungen meines ehemaligen Geschäftspartners. Ludwig Wicki und ich haben die Zusammenarbeit beendet. Nun blicke ich nach vorne und möchte das Publikum weiterhin mit einem vielseitigen Programm begeistern.

Ist die Zusammenarbeit mit dem 21st Orchestra damit endgültig am Ende?

Ich weiss es nicht. Nachdem das Orchester seine Zusammenar­beit mit mir aufgekündigt hatte, schlug ich vor, weiterhin zusammen 20 Konzerte pro Jahr zu machen. Der Ball liegt beim Orchestervorstand. Ich habe einige Schritte auf das Orchester zu­gemacht und auch mit dem Namenswechsel einem Anliegen Rechnung getragen, das dem Vorstand wichtig war. Das Orchester hat aber auch seine eigenen Projekte. Wenn es für die Verantwortlichen so stimmt, ist dies für mich auch in Ordnung.

Sie arbeiten also mehr mit Gastorchestern zusammen?

Es ist eine Kombination vorgesehen. Für einige Projekte haben wir ein eigenes Orchester auf Projektbasis etabliert, das «City Light Symphony Orchestra». Auf der anderen Seite sind Konzerte mit erstklassigen Ensembles wie dem Sinfonieorchester Basel, der Sinfonietta de Lausanne und dem Royal Philharmonic Concert Orchestra geplant. Ein Höhepunkt wird das Gastspiel des Spitzenorchesters «La Verdi» aus Mailand, das nach Neujahr die 9. Sinfonie von Beethoven aufführen wird. Für mich als Produzent eröffnen diese Auftritte neue Perspektiven. So kann ich zum Beispiel mit diesen Orchestern Konzerte in Lausanne oder – wie vor ein paar Monaten – in der Royal Albert Hall in London durchführen.

Und Luzern gerät so etwas aus dem Blickfeld?

Ganz und gar nicht. Das KKL ist und bleibt für mich absolut zentral. Wir haben in Luzern Pionierarbeit geleistet, indem wir vor über zehn Jahren das Konzertformat einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben. Inzwischen gehört Filmmusik zum Programm von praktisch jedem Sinfonieorchester. Auch international wurde die «Live-Idee» von vielen Orchestern und Veranstaltern aufgenommen. Die Konkurrenz ist damit grösser geworden.

Ein Vorwurf ist, dass Sie viele Termine im KKL haben. Offenbar hätte das 21st gerne ein paar davon?

Ich habe einen langfristigen Vertrag mit dem KKL über rund 30 Konzerte pro Jahr. Auch aufgrund unserer Neuausrichtung möchte ich einer der Schlüsselkunden beim KKL bleiben und spannende Projekte dorthin bringen. Und ich würde mich freuen, wenn einige in Zukunft auch wieder mit dem 21st Century Or­ches­tra realisiert werden könnten.

Schwächt der Konflikt Luzern als Ort für Weltpremieren?

Auf keinen Fall. Wir haben diese Saison drei Weltpremieren: «The Hunger Games», deren Erstaufführung eigentlich in London vorgesehen war, «How to Train Your Dragon» und vor allem auch die opulente Musik von Elmar Bernstein für das Liebesdrama «The Age of Innocence». Daneben haben wir auch Klassiker wie «The Pink Panther» mit der legendären Musik von Henry Mancini oder «An American in Paris» mit Musik von George Gershwin. Luzern ist unter Filmmusik-Fans also weiterhin sehr gefragt. Und ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass es so bleibt.

Zukunft des Orchesters

Auch das 21st Century Orchestra tritt in dieser Saison selbstständig in Erscheinung. Das begann mit Auftritten am Lucerne Festival und gegenwärtig in der Slapstick-Oper «Im Amt für Todesangelegenheiten» im Luzerner Theater.
Im Verlauf des letzten Jahres wurden die Orchesterstrukturen unter Vorstandspräsident Andi Weymann so ausgebaut, dass das Orchester in der Lage ist, auch grössere eigene Projekte mit musikalisch live begleiteten Filmvorführungen mit Ludwig Wicki als Dirigenten selber zu realisieren.
Im KKL Luzern spielt das 21st Century Orchestra live die Musik zum «Dschungelbuch» (8.–9. 3. 19) und zum Winnetou-Film «Der Schatz im Silbersee» (2./6. 1., 15. 3.).
Weltpremieren sind Ausschnitte aus «Empire Of The Sun» und aus «The Dark Knight Rises» im Konzert «The Sound of
Hans Zimmer & John Williams» (11./27. 11. 18). Zudem wird Wicki mit dem Orchester erstmals im Hallenstadion Zürich auftreten mit «Star Wars» (27. 1. 19) und «Harry Potter And The Philosophers
Stone» (11. 5. 19). Ludwig Wickis langjähriger Veranstaltungspartner in München (Alegria) wird künftig auch bei der Vermarktung des Orchesters helfen. (kü)

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