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Neu sieben Migros-Konzerte im «musikalischen Kraftort» KKL Luzern

Die Migros-Kulturprozent-Classics führen in der nächsten Saison erstmals sieben Konzerte in Luzern durch. Damit erhält das KKL eine zweite Konzertreihe für internationale Gast-Orchester. Trotz moderater Preise ist die Zukunft noch offen.
Urs Mattenberger
Dirigent John Eliot Gardiner eröffnet prominent die Migros-Saison 2018/19 im KKL Luzern. (Pius Amrein / LZ)

Dirigent John Eliot Gardiner eröffnet prominent die Migros-Saison 2018/19 im KKL Luzern. (Pius Amrein / LZ)

Luzern spielt in den Schweizer Orchester-Tourneen der Migros- Kulturprozent-Classics seit je eine Sonderrolle. So gab es bis vor zwei Jahren lediglich zwei Migros-Konzerte im KKL – statt deren rund sechs in anderen Städten. Anderseits wurden exklusiv für Luzern jeweils die begehrtesten Spitzenorchester und -solisten ausgewählt.

Beides begründeten die früheren Verantwortlichen der vormaligen, vor bald 70 Jahren von Gottlieb Duttweiler begründeten Klubhauskonzerte mit der besonderen Situation in der Festivalstadt. Neben Lucerne Festival habe es kaum Bedarf für Gastorchester, hiess es damals. Zudem sei durch das Festival die Messlatte für Gastorchester in Luzern besonders hoch gelegt.

Ergänzung oder Konkurrenz?

Pläne, die Migros-Reihe in Luzern dennoch auszubauen, treiben deren Intendanten Mischa Damev schon länger um. «Luzern ist ein musikalischer Kraftort», sagt der Pianist und Dirigent: «Der Konzertsaal des KKL ist nicht nur einer der schönsten Säle Europas. Dank der Lage zwischen Altstadt und See kommen Besucher hier in eine Art Ferienstimmung.»

Zum Durchbruch verhalf den Plänen die Sanierung des Kulturcasinos Bern. In einer Befragung votierten die Berner Abonnenten für das KKL als Ausweichort, weswegen die Zahl der Kulturprozent-Konzerte im KKL in der vergangenen Saison auf fünf anstieg.

Nach dem Erfolg in der vergangenen Saison – 92 bis 95 Prozent Auslastung, der exklusive Auftritt von Christian Thielemann war restlos ausverkauft – folgt ein weiterer Ausbau: Mit neu sieben Konzerten mausert sich das Angebot zu einer Konzertreihe, die vergleichbar ist mit dem Lucerne Chamber Circle. Und tritt quasi die Nachfolge der Lucerne-Concerts an. Mit ihnen brachte einst Lucerne Festival selbst internationale Gastorchester während der Saison ins KKL.

So gesehen ergänzen die sieben Konzerte das bestehende Angebot im KKL, konkurrenzieren es aber auch durch tiefere Preise dank Beiträgen aus dem Migros-Kulturprozent. «Es war und bleibt ein zentraler Bestandteil der Philosophie von Gottlieb Duttweiler, höchste Qualität zu moderaten Preisen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen», sagt Damev dazu: «Wir sprechen damit ein anderes Publikum an. An unseren Konzerten gibt es nur wenig Prominenz und keine Sponsoren mit ihren Gästen.»

In Luzern fällt Damev die Durchmischung des Publikums auf: «Hier mischt sich vom Unternehmer bis zur Verkäuferin alles», lacht er: «In der Diplomatenstadt Genf ist das Publikum schicker, in Zürich spürt man die Arbeitertradition, die auf die Zeiten von Gottlieb Duttweiler zurückgeht. Das Publikum Bern ist wegen der Präsenz der Politik stärker bürgerlich geprägt.»

Spektakel der grossen Emotionen

Programmatisch berücksichtigen die sieben Konzerte neben Grosssinfonik Ensembles in historischer Aufführungspraxis weiter. «Entscheidend ist für mich, dass ein Konzert die Zuhörer bewegt, dass es etwas Ausserordentliches ist und in diesem Sinn auch den Aspekt des Spektakels hat», sagt Damev zur Programmphilosophie. Das gilt interpretatorisch wie vom Aufwand her für die Aufführung von Giuseppe Verdis «Requiem» durch John Eliot Gardiner wie für die konzertante Aufführung von Tschaikowskys Oper «Jolanthe» durch das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev.

Der Pianist Louis Schwiezgebel steht als Solist der Ungarischen Nationalphilharmonie für das Schweizer Element ein, das sich durch die Konzerte zieht. Top-Solisten sind Anne-Sophie Mutter im Mozart-Programm des Kammerorchesters Wien-Berlin oder der Klarinettist Martin Fröst in Mozarts Klarinettenkonzert (mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra).

Neben Wunschkonzerten findet sich auch spektakeltaugliche Moderne wie das «Water Concerto» von Tan Dung, das Wassergeräusche ins China Philharmonic Orchestra integriert. Zum Abschluss zeigt Bachs h-Moll-Messe unter Philippe Herreweghe, dass es mit dem Ausbau der Kulturprozent-Konzerte mehr Absprachen braucht – etwa mit dem Chamber Circle, wo Herreweghe eben mit Brahms aufgetreten ist.

Auswärtiges Publikum ist ebenfalls wichtig

Die zentrale Frage ist allerdings, ob die Reihe im KKL in diesem Umfang weitergeführt wird, wenn das Kulturcasino Bern wieder in Betrieb ist. «Natürlich werden wir auch in Bern wieder Konzerte durchführen», sagt Damev: «Wie viele Konzerte dann in Luzern durchgeführt werden, kann ich noch nicht sagen. Das hängt davon ab, wie weit sich das Bedürfnis nach diesen Konzerten bestätigt.» Und das auch beim auswärtigen Publikum, das 70 Prozent der Classics-Besucher stellt.

Hinweis

Weitere Infos: www.migros-kulturprozent-classics.ch

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