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Lucky Peterson: «Ich bin noch lange nicht fertig»

Der 55-jährige Weltstar Lucky Peterson feiert am 26. Fricktaler Blues Festival in Frick sein 50-Jahr-Bühnenjubiläum.
Stefan Künzli
Der Sänger und Multi-Instrumentalist Lucky Peterson (55) ist einer der aufregendsten Bluesmusiker seiner Generation. (Bild: zvg)

Der Sänger und Multi-Instrumentalist Lucky Peterson (55) ist einer der aufregendsten Bluesmusiker seiner Generation. (Bild: zvg)

«Du meinst, ich bin fertig? Du täuschst dich! Ich habe mich erst aufgewärmt», singt Lucky Peterson in seiner aktuellen Single «50 Years». 50 Jahre? Tatsächlich feiert der in Buffalo, New York als Judge Kenneth Peterson geborene Bluesmusiker mit diesem Song sein 50-Jahr-Bühnenjubiläum. Dabei ist Peterson mit seinen 55 Jahren, für einen Bluesmusiker, noch vergleichsweise jung.

Wunderkind des Blues mit fünf Jahren

Das Glückskind des Blues war fünf Jahre alt, als kein geringerer als Willie Dixon seine erste Platte, den Rhythm-’n’-Blues-Hit «1-2-3-4» von James Brown, für den talentierten Knirps produzierte. Die Chicago-Blues-Institution Willie Dixon, die einige Jahre zuvor immerhin Legenden wie Muddy Waters, Howlin Wolf, Buddy Guy und vielen anderen auf die Sprünge half, wollte 1968 aus dem talentierten Dreikäsehoch ein Wunderkind machen.

Nach dem Vorbild von Little Stevie Wonder und Michael Jackson. Der Blues-Mozart erregte grosses Aufsehen, wurde in die grössten TV-Shows wie jener von Ed Sullivan eingeladen. Doch danach passierte gar nichts mehr. Das Unternehmen wurde zum Flop. Ob es an der damaligen Zeit lag, am Blues, an Willie Dixon, dem Wunderkind, oder seinem Vater, dem Gitarristen James Peterson, ist heute müssig. In seiner Auto-Biografie «I Am The Blues» schreibt Dixon, dass er mit Lucky Peterson 25'000 bis 30'000 Dollar in den Sand gesetzt habe.

Vielleicht war es auch besser so. Denn so konnte Peterson seine Karriere behutsam aufbauen. Vater James Peterson, selbst ein formidabler Sänger und Gitarrist, führte in Buffalo einen bekannten Bluesclub, wo Klein-Lucky schon früh all die Blues-Grössen kennen lernen und von ihnen profitieren konnte. Er lernte zuerst Orgel und Klavier, später Gitarre und daneben auch Bass, Schlagzeug und Frenchhorn, spielte in Gospelbands und schon als Teenager in der Band seines Vaters.

Im Alter von 17 holte ihn Little Milton in seine Band und er wurde schon sieben Monate danach Bandleader, obwohl er nie Noten lesen lernte. Drei Jahre später wechselte er in die Band des Sängers Bobby Blue Bland und war ein begehrter Studiomusiker.

Internationaler Durchbruch in 90er-Jahren

Mit seiner Solokarriere wollte es dagegen nicht klappen. Seine Alben erhielten schlechte Kritiken. Gelobt wurde zwar sein virtuoses Orgelspiel, sein Gesang und sein Gitarrenspiel galten aber nur wenig inspiriert. «Absolutely nothing to say» («der hat nichts zu sagen»), hiess es. Im Blues ein tödliches Urteil.

Das änderte sich fundamental 1993 mit dem Album «I’m Ready». Es war eines jener Alben, die den in die Jahre gekommenen Blues aus der Leichenstarre befreite und neues Leben einhauchte. Peterson verwob Gospel-, Funk-, Rock-, und Soulelemente zu einem urbanen Blues. Jazziges, filigranes Gitarrenspiel wechselte mit Power-Rock, dazu liess er seine Hammond-B3 lustvoll schmieren. Und auch sein ekstatischer Gesang liess keine Wünsche mehr offen. Lucky Peterson hat sein Glück gefunden und bewiesen, dass er einer der aufregendsten Bluesmusiker seiner Generation ist.

Seither zelebriert er den Blues in all seinen Variationen auf höchstem Niveau und veröffentlicht im Jahrestakt neue Alben. Dazu auch mit Sängerin Mavis Staples ein Tribute-Album für die Gospel-Queen Mahalia Jackson («Dedicated to Mahalia Jackson», 1996), 2004 ein Album mit seinem Vater James Peterson («If You Can’t Fix It») sowie vor zwei Jahren «Tribute To Jimmy Smith» für sein Orgel-Idol, das in den 60er-Jahren entscheidend zur Popularisierung der Hammond-B3 beigetragen hat. Ab 2003 hatte Lucky Peterson mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Jetzt ist er aber zurück und feiert mit einem Album zum 50-Jahr-Bühnenjubiläum «50 – Just Warming Up!» seine Rückkehr.

Für das Konzert am Fricktaler Blues Festival war eigentlich nur ein Trio mit seiner Frau, der Sängerin Tamara Tramell, geplant. Jetzt hat sich doch noch das ganze Quintett mit Bass und Schlagzeug angemeldet. «Ich bin noch lange nicht fertig», liess der glänzende Unterhalter die Welt kürzlich in einem Interview wissen, «kommt alle, um mich zu sehen».

Hinweis

Lucky Peterson, Just Warming Up. Erscheint am 25. Oktober.

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