Lucas Debargues klassisches Album

Lucas Debargue: Bach, Beethoven, Medtner, Sony

Rolf App
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Bild: Rolf App

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Lucas Debargue:

Bach, Beethoven, Medtner, Sony

Es ist für einen Künstler immer von Vorteil, wenn er als Sensation auftaucht. So ist es mit dem Franzosen Lucas Debargue, der mit zehn oder elf Jahren plötzlich mit dem Klavierspiel begonnen und es dann später für einige Jahre unterbrochen hat. Und der 2015 beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb von der Jury übergangen, aber von den Kritikern dafür mit einem eigens für ihn ins Leben gerufenen Sonderpreis dekoriert worden ist. Dass dies gerechtfertigt war, hat Debargue schon mit seiner ersten CD unter Beweis gestellt, mit Werken von Scarlatti, Chopin, Liszt und Ravel. Jetzt greift er mit einer zweiten CD auf klassisches Repertoire zurück. Ruhig, elegant und klar eröffnet Bach die CD, auch Beethovens Werk durchzieht eine wunderschöne Ruhe und innere Gelassenheit. Mit Nikolai Medtner präsentiert Debargue einen sichtlich von Beethoven beeinflussten und zu Unrecht vergessenen Komponisten, der im ersten Satz seiner Klaviersonate op.5 gewaltige Klanggebirge auftürmt, sich dann aber im Largo in sehr zarte Regionen zurückzieht.

Daniil DTrifonov

Daniil Trifonov: Transcendental

Deutsche Grammophon

Daniil Trifonov bringt Liszt zum Leuchten

Franz Liszt bleibt ein Prüfstein für jeden Pianisten und jede Pianistin. Schafft er oder sie es, das Virtuose mit dem Lyrischen zu einem Ganzen zu verbinden, lautet dabei die Frage. Daniil Trifonov gelingt es mit dieser Doppel-CD auf beeindruckende Weise. Auf der ersten CD interpretiert er die «Études d'exécution transcendante», auf der zweiten mehrerer Konzertetüden und die «Grandes Études de Paganini». Sein Spiel ist glasklar, oft von mitreissendem Schwung, aber stets sehr klug abgestuft. Berückend bringt er etwa «Paysage» zum Singen, die dritte der «Études d'éxecution transcendante», bevor er im anschliessenden «Mazeppa» zunächst mühelos immer raschere Läufe bewältigt, dabei aber allzu wuchtiges Auftreten vermeidet – und ganz natürlich zum ruhigen Mittelteil überleitet. Impressionistisch kommt die Nummer 9 (Recordanza) daher, sie zeigt Trifonov als grossen Poeten am Klavier. Mit «Waldesrauschen» geht es auf der zweiten CD in ähnlichem Stil weiter, bevor mit den «Grandes Études de Paganini» ein weiterer Höhepunkt erreicht wird. Wer die berühmte «Campanella» in Trifonovs Interpretation gehört hat, wird sie so leicht nicht vergessen: Wie das Stück stockend in Gang kommt, ist meisterhaft.

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