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Jubiläumsgala im Luzerner Theater: Lobeshymnen im Partyton

Das Luzerner Theater feiert zehn Jahre Tanz unter der Leitung von Kathleen McNurney: «Crescendo!» reisst hin mit Highlights und suggeriert einen Blick in die Zukunft.
Urs Mattenberger
Galaparty: Intendant Benedikt von Peter, die gefeierte Tanzdirektorin Kathleen McNurney, Moderator Kurt Aeschbacher. (Bild: LT/Ingo Höhn)

Galaparty: Intendant Benedikt von Peter, die gefeierte Tanzdirektorin Kathleen McNurney, Moderator Kurt Aeschbacher. (Bild: LT/Ingo Höhn)

Es passte vorzüglich, dass die Luzerner Tanz-Direktorin Kathleen McNurney, die immer Schwarz trägt, an dieser Jubiläumsgala ein pinkfarben leuchtendes Cape trug. Angesteckt worden war sie dazu von einer Werbekampagne des Theaters, die Tutus in der Farbe Pink verwendete, über die McNurney sonst die Nase rümpft. Aber an diesem Sonntag zog sich die Farbe Pink als roter Faden durch die Gala zur Feier von zehn Jahren Tanz am Luzerner Theater unter der Leitung der Amerikanerin.

Moderator Kurt Aeschbacher bat sie vor dem Finale selber auf die Bühne und fragte, wie man sich an so einer Jubiläumsfeier fühle. «Ich bin froh, dass hier nicht todernst diese zehn Jahre zelebriert werden», sagte sie und setzte ein gespielt-feierliches Gesicht auf. Um mit der ihr eigenen sympathischen Natürlichkeit hinzuzufügen: «Schliesslich ist das hier vor allem Party. Ja, es ist: Pink!»

Highlights aus zehn Jahren

Pink im Sinn eines intensiven Farbtupfers passte zu einem Programm, für das zehn Tänzerinnen und Tänzer der vorzüglichen Compagnie Highlights aus den vergangenen zehn Jahren neu einstudiert hatten. Dazu kamen zwei Video-Einspielungen mit Ausschnitten aus weiteren Tanzproduktionen. Bei der Zusammenstellung staunte McNurney selber: «Wow, so viel und so Verschiedenes haben wir gemacht!»

Die Vielfalt ist denn auch, neben dem hohen tänzerischen Niveau, ein Erfolgsgeheimnis dieser Tanzära. Das begann hier subtil mit Cayetano Sotos «Sortijas»: Ein Duo, das eine Paarbeziehung thematisiert, indem die Tänzerin und der Tänzer in verschlungenen Überblendungen verschmelzen, um sich quasi ­tänzerisch auseinanderzuleben. Ganz auf die Sinnlichkeit eines Körpers und seiner pulsierenden Muskelreliefs fokussierte sich Marco Goeckes Solostück «Äffi». Mit starkem theatralem Effekt trumpfte das Duett «White Fog lifting» von Patrick Delcroix auf.

Hochenergetisch und härter auch in den begleitenden elek­tronischen Beats präsentierten sich Choreografien von Georg Reischl («7/8» David Bowies «Let’s Dance»). Zur soghaften Ekstase steigerte sich das stilisierte Samurai-Kampfritual in Po-Cheng Tsais «Nifflheim».

Da war hinreissend alles drin, was zwischendurch doch zahl­reiche Jubiläumsredner hervorgehoben hatten. Vor allem, dass McNurney mit dem Tanz unter ihrer Leitung existenziell berühren will – im intimen wie in der zum Drama oder zur Partyfröhlichkeit gesteigerten Ekstase.

Ein Rückblick mit Blick nach vorn

Intendant Benedikt von Peter, von Aeschbacher als erster nach drei Stichworten zu McNurney gefragt, nannte Perfektion, Professionalität und Pragmatik. Stiftungsratspräsidentin Birgit Aufterbeck freute sich über die Internationalität, zu der McNurney dem Tanz am Luzerner Theater verholfen hat. In den lockeren Partyton, den diese Lobeshymnen wahrten, stimmte sogar Stadtpräsident Beat Züsli ein: Er war froh, dass er mit derselben Verletzung, die ihn am Stadtlauf gehindert hatte, jetzt Aeschbachers Aufforderung zum Tanz ablehnen konnte. Stargast Richard Wherlock, Ballettchef einst in ­Luzern und heute in Basel, ehrte Kathleen McNurney durch seine Gegenwart und mit gut gelaunten Anekdoten.

Spannend war dieser Rückblick auch mit Blick auf die Zukunft. Benedikt von Peter hatte von Dominique Menthas Leitungsteam Kathleen McNurney als Tanzdirektorin übernommen. Ein Grund dafür war neben ihrem grossen künstlerischen und ebenso grossen Publikumserfolg das Modell dieser Tanzdirektion: Denn McNurney choreografiert selber nicht und erreichte den Erfolg durch die Zusammenstellung der Compagnie und die Auswahl spannender junger sowie namhafter Choreografen.

Dieses Modell kam kürzlich auch bei der Neubesetzung der Intendanz zum Zug: Die neue Intendantin Ina Karr (ab 2021) wird nicht als Regisseurin tätig sein und sich vollständig der Leitung des ganzen Hauses widmen. Die Frage, die an der Jubiläumsgala unausgesprochen im Raum stand, war deshalb, ob McNurney damit auch in die neue Ära hineinpasst. Den frenetischen Applaus des Publikums konnte man leicht als Zustimmung deuten.

Zwei weitere Vorstellungen von «Crescendo» (Moderation: Kathleen McNurney): So, 12. Mai, und So, 9. Juni, 19.30 Uhr

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