LITERATURPREIS: Solothurn ehrt Peter Stamm

Peter Stamm erhält den Solothurner Literaturpreis. Die mit 15000 Franken dotierte Auszeichnung wird dem Ostschweizer Autor am 13. Mai überreicht.

Hansruedi Kugler
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Schriftsteller Peter Stamm. (Bild: Andrea Stalder (Islikon, 9. Februar 2018))

Schriftsteller Peter Stamm. (Bild: Andrea Stalder (Islikon, 9. Februar 2018))

Mit seinem neuen Roman «Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt», der Ende Februar erschienen ist, hat Peter Stamm überwiegend positive bis begeisterte Kritiken bekommen. Die Schweizer Presse war sich für einmal ­einig: Der virtuos verschachtelte Erinnerungstext um einen Autor, der in einem Doppelgänger sich selbst als jungen Mann zu erkennen glaubt, sei inhaltlich tiefgründig und meisterlich komponiert. Einzig die in Deutschland tonangebende «Frankfurter Allgemeine Zeitung» bewertete den Roman wenig euphorisch. Die Lektüre hinterlasse eine «sanfte Gleichgültigkeit».

Lakonischer Ton über das «Leiden an der Langeweile»

Wie die Solothurner Literatur­tage in ihrer gestrigen Mitteilung betonen, werde mit Peter Stamm «ein Autor ausgezeichnet, dessen Werk sich durch einen konsequent lakonischen und hochrhythmisierten Ton» auszeichne. Stamm wage sich immer wieder neu heran an «unser Leiden an der Langeweile und an den Traum von einem anderen ­Leben. Er wirft den Blick auf das Gewöhnliche und verleiht dem Banalen im Leben Sinn.» Peter Stamm kam 1963 im thurgauischen Scherzingen zur Welt. Sein Debütroman «Agnes», in dem er von einem Jungautoren in Chicago erzählt, der mit dem Schreiben seiner Liebesgeschichte zugleich seine Freundin verliert, die sich ihm entfremdet, machte ihn 1998 quasi über Nacht zum neuen Liebling der Schweizer Literaturszene. Es folgten mehrere Erzählbände und später weitere Romane wie «Ungefähre Landschaft» (2001) und «Sieben Jahre» (2009). Zuletzt erschien 2016 der Roman «Weit über das Land». Stamm wurde für zahlreiche seiner Werke ausgezeichnet. Im letzten Jahr ging der Solothurner Literaturpreis an die gebürtige Ungarin Terézia Mora. Frühere Gewinner waren etwa Thomas Hürlimann, die Deutsche Juli Zeh oder Peter Bichsel.

Hansruedi Kugler