Liebe, Leid und Mittelalter

An Karfreitag zeigt die ARD die dreistündige Verfilmung des Historien-Bestsellers «Das Geheimnis der Hebamme». Stoff für eine Fortsetzung hat Autorin Sabine Ebert geliefert.

Cornelia Wystrichowski
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Opulente Hebammen-Saga: Ruby O. Fee spielt die hellseherisch begabte Geburtshelferin Marthe. (Bild: ard/Roland Suso Richter)

Opulente Hebammen-Saga: Ruby O. Fee spielt die hellseherisch begabte Geburtshelferin Marthe. (Bild: ard/Roland Suso Richter)

Mit der Bestsellerverfilmung «Das Geheimnis der Hebamme» wuchtet die ARD ein neues, opulentes Mittelalter-Drama ins Programm, das in der Zeit von Kaiser Barbarossa im 12. Jahrhundert spielt. Im Mittelpunkt steht eine mittelalterliche Maid in Nöten: Die heilkundige fränkische Bauerntochter Marthe wird in blutige Fehden zwischen Rittern und Fürsten verwickelt und muss in einer grausamen Männerwelt um Leib, Leben und die Liebe ihres Lebens zittern.

Geburtshelferin auf der Flucht

Ursprünglich als Zweiteiler angelegt, wird das Epos jetzt am Stück ausgestrahlt. Trotz dreier Stunden Spieldauer dürfte es nicht langweilig werden, denn die Story um Marthe ist packend erzählt und hat einen authentisch wirkenden Schmuddel-Look. Kein Wunder: Von Regisseur Roland Suso Richter stammen gelobte Filme wie «Mogadiscio» oder «Die Spiegel-Affäre». Auch die Hauptrolle ist gut besetzt: Ruby O. Fee, die neulich in der Kölner «Tatort»-Folge «Kartenhaus» einem grösseren Publikum bekannt wurde, verkörpert die hellseherisch begabte Geburtshelferin Marthe. Als sie die schwangere Frau des örtlichen Burggrafen und deren ungeborenes Kind nicht retten kann, will dieser ihr die Hände abhacken. Marthe flieht in Panik in den Wald und gerät ins Gefolge von Ritter Christian (Steve Windolf), der eine Gruppe fränkischer Siedler nach Osten führt, um ein Dorf zu gründen.

Fluchten und Schluchten

Weil sie so geheimnisvoll und anders ist, wird Marthe zwar von den frommen und abergläubischen Siedlern angefeindet, doch Christian verliebt sich in sie. Leider muss er als Vasall von Markgraf Otto von Wettin (Franz Xaver Kroetz) in die Schlacht gegen Herzog Heinrich den Löwen ziehen. Christians fieser Widersacher Randolf (Sabin Tambrea) nutzt die Gelegenheit, ein Schreckensregime zu errichten – bald geht es für Marthe und die anderen um Leben und Tod.

Fünf Bände vorhanden

Am Ende des Historien-Epos scheint bereits alles vorhanden für eine Fortsetzung. Und Fans wissen natürlich: Bestsellerautorin Sabine Ebert hat Nachschub produziert – mittlerweile gibt es fünf Bände der 2006 gestarteten Hebammen-Saga, die insgesamt rund 3500 Buchseiten umfasst, plus eine etwa 100 Jahre später angesiedelte Fortsetzung.

Für den Film dreht die ARD gehörig an der Zeitmaschine: Spielte die von Sat.1 verfilmte «Wanderhure» im 15. Jahrhundert, geht es in der «Hebamme» sogar fast 900 Jahre zurück in die Vergangenheit. Marthes Liebes- und Leidensgeschichte ist im 12. Jahrhundert angesiedelt und behandelt ein wenig bekanntes Stück deutscher Geschichte, wie die in Leipzig lebende Autorin Sabine Ebert betont. Damals seien rund 200 000 Menschen aus westlichen Regionen in die noch spärlich besiedelten Gebiete östlich von Saale und Elbe zogen – eine gewaltige Umwälzung.

Gedreht wurden die Aussenaufnahmen der Mittelalter-Saga unter anderem auf Burg Kost in Tschechien, die Innenaufnahmen entstanden teils auf Burg Hardegg in Niederösterreich.

ARD: 25.3., 20.15 Uhr