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Lesetipps Literatur: Tessiner Lyrik und Wiener Kunstszene

Volker Hage beleuchtet in seinem genau recherchierten Roman Arthur Schnitzlers Leben und das Wien nach der Jahrhundertwende.
Charles Linsmayer/Erika Achermann

Vater und Tochter

Der von Christoph Ferber übersetzte und von Pietro De Marchi mit einem Nachwort versehene Band macht auch dem deutschsprachigen Leser klar, dass der 1940 geborene Alberto Nessi zu den überragenden Tessiner Lyrikern gehört. Seine Gedichte sind leicht fasslich, berichten überzeugend von einfachen Menschen, Dingen und Pflanzen. Die Form ist ganz selbstverständlich mit dem Inhalt kongruent. So handelt das Titelgedicht vom ­Abschied des Vaters von der Tochter, der er in einem Bistro in Vevey gegenübersitzt. Sie hätte den Vater kennen wollen, als er so jung war wie sie, und der Vater fühlt, wie ähnlich sie sich sind, heute und damals, als er, wie sie jetzt, «einen Blick ohne Lüge» suchte und ihn fand «auf dem ­unbestimmten Terrain,/wo alles noch möglich ist». Die junge Frau aber muss weiterziehen «auf der Suche nach sich selbst», und der Vater rät ihr, «vorwärtszuschauen, wie es das Blässhuhn tut,/wenn es übers glitzernde Wasser davonschwimmt». Charles Linsmayer

Alberto Nessi: Blätter und Blässhühner. Gedichte 1990-2017. Limmat, 176 S., Fr. 38.-

Liebe und Zerfall

Wien nach der Jahrhundertwende, diese unsicheren Jahre vor und nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches strahlen in der Wiener Kunstszene eine Erotik aus, die bis heute fasziniert. Der Schriftsteller und Dramatiker Arthur Schnitzler hat die Traditionen der Welt des Walzers sowie die seelische Verfassung in dieser Welt des sich auflösenden Ganzen beschrieben. Volker Hage schildert in seinem Schnitzler Roman «Des Lebens fünfter Akt», wie sich dies nicht nur in Schnitzlers Werk, sondern auch in seinem privaten Leben zeigt. Schnitzlers Anziehungskraft auf Frauen war stark; diese haben ihn einerseits in Atem gehalten, anderseits nicht von seiner Einsamkeit befreit. Und wie kaum ein anderer hat er in «Fräulein Else», in «Reigen» und «Liebelei» die ­intimen Gefühle der Liebe beschrieben. Im Frühling 1928 hatte er – ausser dem Nobelpreis – alles erreicht: Skandale, Erfolge, mehrere Ehen. Doch da trifft ihn der Selbstmord seiner geliebten Tochter Lili in Venedig im Inners­ten. Volker Hages Roman beruht auf genauer Recherche und ist somit auch ein Zeitbild der Jahre bis zu Schnitzlers Tod 1931. Erika Achermann

Volker Hage: Des Lebens fünfter Akt. Roman. Luchterhand. 318 S., Fr. 29-

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