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Lesetipps Krimi: Von Donna Leon empfohlen

Ross Macdonalds «Mutter und Tochter» erscheint neu übersetzt und mit einem Nachwort der Starautorin, Jussi Adler-Olsen begnügt sich mit einer etwas konstruierten Fingerübung.
Rolf App

In den Niederungen der Gesellschaft

Als sie vor drei Jahren in der Schweiz war, um einen ihrer Brunetti-Krimis vorzustellen, hat Donna Leon mir die Neuüber­setzung von «Dornröschen» geschenkt und mit grosser Dringlichkeit gesagt: «Lesen Sie Ross Macdonald, unbedingt!» Ich habe den Rat seither befolgt und immer gestaunt, wie gegenwärtig die Kriminalromane dieses 1983 verstorbenen Schriftstellers geblieben sind. Das gilt auch für «Mutter und Tochter», das gerade eben neu übersetzt und mit einem klugen Nachwort von Donna Leon versehen herausgekommen ist.

Wie immer sieht der Fall am Anfang einfach aus. Der Millionär Homer Wycherly stellt bei der Rückkehr von einer längeren Kreuzfahrt fest, dass seine Tochter verschwunden ist. Er heuert den Privatdetektiv Lew Archer an, verbietet ihm aber, mit seiner Ex-Frau Kontakt aufzunehmen. Was dieser natürlich ignoriert auf der nun folgenden, immer rätselhafter werdenden Reise ins Innere der amerikanischen Gesellschaft. In scharf gezeichneten Skizzen lässt Macdonald kaputte Menschen lebendig und den Fall komplizierter werden. Immer schmutziger werden die Milieus, in denen Archer landet und die Macdonald kühl beschreibt. Doch dreckig sind auch die Hände der Reichen, mit denen jener es zu tun bekommt.

Ross Macdonald: Mutter und Tochter, Diogenes, 405 S.,
Fr. 27.–

Vom Ehemann zum Auftragsmörder

Auf den ersten Blick macht «Miese kleine Morde» den Eindruck einer beiläufigen, etwas konstruierten Fingerübung von Jussi
Adler-Olsen. Schon Format und Umfang legen dies nahe – und die Tatsache, dass diesmal nicht wie bei Adler-Olsen üblich Carl MØrck vom Sonderdezernat Q ermittelt. Lässt man sich dann aber auf die Geschichte von Lars Hvilling Hansen ein, der sich in ziemlichem Tempo vom langweiligen, von seiner Frau abrupt vor die Tür gesetzten Ehemann zum Auftragsmörder mausert, erlebt man einige Überraschungen. Wobei der Reiz auch darin liegt, dass dieser Killer seine Inspiration im Coiffeursalon findet, wohin Lars sich begeben hat, um sich nach der Trennung ein wenig aufpeppen zu lassen. Dort hört er aufmerksam mit, was noch verheiratete Frauen über ihre Männer erzählen – und kommt so auf seine Geschäftsidee.

Jussi Adler-Olsen: Miese kleine Morde, dtv, 123 S., Fr. 16.–

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