Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leichtfüssige barocke Koloraturenlust beim Konzert von Daniel Johannsen

Mit Daniel Johannsen war am Wochenende einer der gefragtesten Bachtenöre in der St.Galler Schutzengelkapelle zu hören. Das Programm ging in die Zeit vor Bach zurück.
Daniel Johannsen ist einer der besten Bachtenöre der Gegenwart. (Bild: Anette Friedel)

Daniel Johannsen ist einer der besten Bachtenöre der Gegenwart. (Bild: Anette Friedel)

Sein Name findet sich oft unter den Solisten der Trogner Kantatenaufführungen unter der Leitung von Rudolf Lutz: Der 1987 in Wien geborene Tenor Daniel Johannsen zählt zum Kernensemble der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen und ist dort immer wieder zu hören, unter anderem im «Weihnachtsoratorium» und als Evangelist der «Johannespassion».

Das ist kein Zufall, denn Johannsen gilt derzeit als einer der gefragtesten Bachtenöre seiner Generation. Meist aber sind seine Auftritte im Rahmen einzelner Kantaten viel zu kurz: Hat er gerade noch in lebhafter Aussagekraft ein Rezitativ beim Wort gepackt, so ist die darauf folgende Arie wenige Minuten später schon wieder vorbei – und man hätte doch seiner schön timbrierten Stimme, der beiläufigen Virtuosität und eindringlichen Gestaltungskunst des Tenors noch stundenlang lauschen können.

Nicht stundenlang, aber doch abendfüllend war Daniel Johannsen, aufgewachsen in einem evangelischen Pfarrhaus, nun in St.Gallen zu hören – im Rahmen der Barockkonzerte der Dommusik. Begleitet von Musikern des Collegium Instrumentale unter der Leitung von Michael Wersin an der Truhenorgel präsentierte er Geistliche Concerti deutscher Komponisten aus der Barockzeit vor Johann Sebastian Bach: von Dietrich Buxtehude, Heinrich Schütz und Nicolaus Bruhns. Dessen Vertonung des Psalms 100 «Jauchzet dem Herrn alle Welt» für Tenor, zwei Violinen und Generalbass dürfte selten live im Konzert zu hören sein – denn sie verlangt in ihren raschen Wechseln und Umschwüngen, in der Üppigkeit an Koloraturen eine Beweglichkeit und exaltierte Ausdruckslust, die kaum ein Interpret derart ungezwungen meistern dürfte wie Johannsen. Zudem ist er ein Sänger, der es versteht, aus dem Moment heraus Impulse zu geben.

Lebhaft beweglich singt die Seele

Leichtfüssig setzt die Basslinie (Cello: Bettina Messerschmidt, Chitarrone: Simon Linné) in Buxtehudes Concerto «Quemadmodum desiderat cervus» ein, beflügelt den geschmeidigen Gesang und das Bild der Seele als dürstender Hirsch aus Psalm 42 mit einem geradezu unwiderstehlichen, zeitlosen Swing. Überhaupt spricht die «Alte» Musik einen Abend lang höchst gegenwärtig Geist und Gemüt an. Auch dort, wo sie ohne Text auskommt und reine Klangrede ist, wie in Johann Reinckens Partita a-Moll und Buxtehudes Sonata F-Dur: im lebhaft innigen Dialog der Violinen (Olivia Schenkel, Oriana Kriszten), getragen von einem präsenten, zuverlässigen Continuo.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.