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Lästige Berieselung:
Bitte keine Musik vor dem Konzert!

Musikredaktor kritisiert die zunehmende Unart, selbst vor klassischen Konzerten Musik aus der Konserve als Einstimmung laufen zu lassen. Das sei ärgerlich und verwässere den Abend.
Martin Preisser
Flügel Festival mit Sänger Steve Davislim und Pianistin Claire Pasquier in Rotmonten St. Gallen © Urs Bucher/TAGBLATT

Flügel Festival mit Sänger Steve Davislim und Pianistin Claire Pasquier in Rotmonten St. Gallen © Urs Bucher/TAGBLATT

Im Kino muss man vor dem Film Werbung über sich ergehen lassen. Und bei Pop- und Rockkonzerten ist es üblich, dass Musik aus den Boxen dröhnt, wenn die Leute eintreffen und in lockerer Atmosphäre den Auftritt der Band erwarten.

Musikfreie Zonen gibt es nur noch selten: Kein Kaufhaus, keine Boutique, in der nicht meist zu laut eingestellte, meist seichte Musik den Konsum ankurbeln soll. Stille scheint immer unerwünschter zu werden. Soll man die Menschen jetzt auch noch vor einem Klassikkonzert mit Klängen aus der Konserve berieseln, um die Wartezeit zu «versüssen»?

Die Ausstrahlung des Konzerts geht verloren

So geschehen letzten Sonntag beim Flügelfestival im St. Galler Quartier Rotmonten. Ein grosses Publikum erwartete den australischen Startenor Steve Davislim. Bis zur Anmoderation, ja noch in die ersten Sätze hinein, dudelte von einem Laptop aus gesteuert Davislims Stimme, seltsam undeutlich im Hintergrund. Eigentlich hörte es sich fast so an, als würde sich der Sänger im Nebenzimmer einsingen.

Solche Art «Einstimmung» muss nicht sein. Sie ist einfach nur lästig. Die Gefahr, dass sie den Abend verwässert, die erwartungsvolle Stimmung auf ein Live-Erlebnis trübt und schliesslich die Ausstrahlung des Konzerts verloren geht, ist zu gross. Wir leben in einer Zeit, in der alles zum Event wird. Auch der Klassikbereich neigt mehr und mehr dazu, allem das Eventmässige überzustülpen. Was aber hier deplatziert wirkt, ist die Vorberieselung des Publikums.

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