Langer Applaus für die Liebe zweier Diven

AMRISWIL/ST. GALLEN. Dass ein Musicaltheater nach dem Gusto des Zuhörers ist, wenn darin seine Lieblingsmusik gespielt wird, ist keine Überraschung.

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Dietrich (Susanne Rader) und Piaf (Eveline Suter). (Bild: pd)

Dietrich (Susanne Rader) und Piaf (Eveline Suter). (Bild: pd)

AMRISWIL/ST. GALLEN. Dass ein Musicaltheater nach dem Gusto des Zuhörers ist, wenn darin seine Lieblingsmusik gespielt wird, ist keine Überraschung. Wenn aber auch Zuschauer, die mit der Musik Edith Piafs und Marlene Dietrichs wenig bis gar nichts am Hut haben, am Schluss der Premiere begeistert aufstehen und beinahe endlos klatschen, dann muss etwas Besonderes geboten worden sein.

So geschehen am vergangenen Freitag im Pentorama in Amriswil bei der Erstaufführung von «Spatz und Engel», in der die spezielle Liebesgeschichte zwischen den beiden legendären Chansonsängerinnen dargestellt wird. Frech und ohne Hemmungen nähern sich die beiden im Stück an, die noble deutsche Diva Marlene Dietrich und die so gegensätzliche, burschikose und im Wort grobe Französin Piaf.

Liebe bis zum Streit

Letztere dem Alkohol verfallen, Dietrich als Beschützerin und Frau von Welt. So innig ihre Liebe, so grob ihr Streit und langanhaltend ihr Zerwürfnis. Sie treffen sich erst wieder, als die noch junge Piaf auf dem Sterbebett liegt – und später im Traum der inzwischen 90jährigen Dietrich, die nichts bereut. Genauso wie Piaf in ihrem grössten Erfolg «Je ne regrette rien», den an diesem Abend die Musicaldarstellerin Eveline Suter mit solcher Wucht ins Publikum schleudert, dass sich dieses nicht mehr auf den Sitzen halten kann.

Überzeugend sind beide Sängerinnen, Suter wie auch Susanne Rader als Dietrich. Geschickt hat der tschechische Regisseur Stanislav Moša die bekanntesten Chansons der beiden mit der ergreifenden Geschichte verwoben. Das Bühnenbild und die Kostüme der Schauspieler entführen die Zuseher auf eine beeindruckende Zeitreise. (Kn.)

«Spatz und Engel», Musical-Theater der Walensee-Bühne: Fr, 6.11., Tonhalle St. Gallen, und 25.11., Stadtsaal Wil, jeweils 20 Uhr