Lange Tage, kurze Filme

WINTERTHUR. 242 Filme in sechs Tagen: Das ist nur möglich, wenn die Filme kurz sind. Heute starten in Winterthur die 18. Internationalen Kurzfilmtage. Die Organisatoren hatten die Qual der Wahl und mussten aus 3700 eingereichten Filmen das Programm zusammenstellen.

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WINTERTHUR. 242 Filme in sechs Tagen: Das ist nur möglich, wenn die Filme kurz sind. Heute starten in Winterthur die 18. Internationalen Kurzfilmtage. Die Organisatoren hatten die Qual der Wahl und mussten aus 3700 eingereichten Filmen das Programm zusammenstellen.

Im Internationalen Wettbewerb konkurrieren 37 Filme, darunter vier Schweizer Produktionen. Das sehr heterogene Wettbewerbsprogramm bilde die ganze Bandbreite des Kurzfilmschaffens ab, vom «grossen Kino» bis zur Low-Budget-Produktion, sagt der künstlerische Leiter John Canciani. Gut vertreten sind aussereuropäische Filme, darunter drei aus Afrika. Viele Autoren setzen sich in Spiel- und Dokumentarfilmen mit der politischen Situation und der Geschichte ihres Landes auseinander.

Für den Schweizer Wettbewerb sind 19 Filme ausgewählt worden, darunter einige von gestandenen Langfilm-Regisseuren und -Regisseurinnen wie Ursula Meier («Home»). Als «auffallend stark» bezeichnet Canciani den diesjährigen Wettbewerb, mit «etwas kantigeren Filmen» als im Vorjahr. Er lobt die Experimentierfreudigkeit einheimischer Filmschaffender, die subtil neue Formen ausprobierten und mit der Wahrnehmung des Publikums spielten.

In den wichtigsten der kuratierten Reihen geht es um Europa. Eines der elf Programme ist zum Fall der Berliner Mauer – programmiert am 25. Jahrestag, dem 9. November –, eines unter dem Titel «EUkraine» zum Umbruch in der Ukraine und zwei zum «Sonderfall Schweiz».

Einen «kleinen Fokus» legt das Festival auf das «indigene Kino»: kein ethnographisches Programm, sondern eine Zusammenstellung zeitgenössischer Filmer «fernab von John Wayne und Karl May», für die Vertreter der indigenen Völker die Kamera selbst in die Hand genommen hätten, um über ihre Erfahrungen zu reden und ihren Alltag zu dokumentieren. (sda)

Bis 9.11. www.kurzfilmtage.ch

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