Lang lebe der König!

Heute wäre Elvis Presley 80 Jahre alt geworden. Der «King of Rock'n'Roll» prägte die Musik des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer. Eine Milliarde verkaufter Tonträger machen ihn zum erfolgreichsten Solokünstler.

René Rödiger
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Rückkehr auf die Bühne: Elvis Presley während seiner legendären TV-Comeback-Show im Jahre 1968. (Bild: ky/Everett Collection)

Rückkehr auf die Bühne: Elvis Presley während seiner legendären TV-Comeback-Show im Jahre 1968. (Bild: ky/Everett Collection)

«Before anyone did anything, Elvis did everything» – mit diesem Spruch wurde 2002 ein Best-of-Album von Elvis Presley angepriesen. Und der Slogan bringt sowohl die Bedeutung Elvis' wie auch sein Image auf den Punkt.

Elvis Presley, der heute seinen 80. Geburtstag feiern würde, hat nicht nur die Musikwelt verändert. Er war auch ein gesellschaftliches Phänomen. Mitte der 1950er-Jahre, als Elvis' Aufstieg begann, war das Leben in den USA von Trennung bestimmt. Rasse, soziale Schicht, Herkunft und Äusserlichkeiten bestimmten die Gesellschaft. Auch in der Musik gab es diese Trennung zwischen Schwarz und Weiss, Gospel und Country. Und dann kam die Nachkriegsgeneration ins Teenageralter. Ein Wandel zeichnete sich ab. Und Elvis war zur Stelle.

Zu country oder zu black

Bereits mit seiner ersten Platte («That's Alright, Mama») überbrückte Presley die Kluft zwischen den Musikgenres. «Ich singe alles Mögliche», soll der 18jährige Elvis 1953 beim Vorspielen bei Sun Records gesagt haben. Und prompt bezeichneten die Kritiker seinen Stil wahlweise als zu country oder zu black. Noch 1956 schrieb das New Yorker «Journal-American»: «Mr. Presley kreischt seine unverständlichen Texte mit unzulänglicher Stimme ins Mikrophon, begleitet von primitiven Bewegungen, die zu beschreiben in einer Familienzeitung schwer fällt.»

Elvis war zu dieser Zeit schon ein Star. Seine Musik fand Nachahmer. Der Rock'n'Roll war in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die grossen Gefühle. Um diese ging es Elvis. Seine Aufnahmen wiederholte er nicht so lange, bis sie perfekt klangen, sondern bis sie das richtige Gefühl vermittelten.

Nähe zu den Fans

Und Elvis blieb ein Star zum Anfassen. Wenn immer er in Graceland war, einem typischen Südstaaten-Herrenhaus und Heimat für seine ganze Familie, stand er stundenlang in der Einfahrt und verteilte Autogramme. Nie wurde ein Fan abgewiesen. Sein Publikum dankte es ihm. «Wenn Elvis auftrat, reagierten alle gleich», sagte Discjockey Tom Perryman, der ihn als einer der ersten ausserhalb von Memphis buchte. Perryman bezeichnete die Auftritte als «Erweckungsgottesdienste»: «Nicht nur bei den grossen Konzerten, sondern auch, wenn nur zehn Leute da waren.» Als sich Elvis für das tolle Publikum bedankte, fragte der King, ob die «hier in der Gegend immer so sind». Perryman antwortete: «Nein, aber sie haben so etwas wie dich vorher auch noch nie gesehen.»

Comeback im Jahr 1968

Elvis war authentisch und traf den Zeitgeist. Doch nach seinem Militärdienst in Deutschland Ende der 50er-Jahre gab Elvis während sieben Jahren kein Konzert mehr und drehte nur noch Filme mit oft zweifelhaftem Gehalt. Doch Ende 1968 kam Elvis zurück, in schwarzer Lederkleidung stand er wieder vor Publikum für eine NBC-TV-Specialshow. Mit grossem Erfolg, Elvis kehrte danach auf die Konzertbühnen zurück. Die Scheidung von seiner Frau Priscilla im Jahr 1973 nach seinem weltweit übertragenen Konzert aus Hawaii bedeutete einen Schicksalsschlag, von dem er sich nicht mehr erholte. 1977 im Alter von 42 Jahren starb Elvis in Memphis.