KUNSTMUSEUM: «Metropolitan» hat Schulden

Der Direktor der Touristenattraktion muss gehen.

Drucken
Teilen

Das Metropolitan Museum ist der Star der New Yorker Kunstszene. Rund 60 Sonderausstellungen pro Jahr, Modeshows, eine ­Dachterrasse mit Blick über die Skyline – das «Met» fehlt auf keiner Touristenliste. Doch jetzt hat es Schulden von 40 Millionen Dollar, der Direktor muss gehen. Dutzende Mitarbeiter werden entlassen.

Die Schuld sehen viele bei Direktor Tom Campbell: Er habe zu viel in die digitale Präsenz des Museums und in eine von vielen als lächerlich und unnötig bewertete Imagekampagne investiert. Direktor Campbell, für den noch kein Nachfolger benannt ist, verteidigt sich. Das Museum habe ein «herausforderndes Jahr» hinter sich. «Meine Kollegen haben das Recht, aufgebracht zu sein. Aber gleichzeitig müssen wir auch einen Schritt zurück machen und die Erfolge dieser ­Institution sehen.» Rekordbesucherzahlen, gefeierte Ausstellungen – all das verbucht Campbell für sich, aber seinen Job hat es nicht gerettet.

Das Met versucht nun zu sparen, indem es auf einige Sonderausstellungen verzichtet. Und es hat eine umstrittene Idee wiederbelebt: Eintrittskosten. Das Museum ist eines der wenigen ­öffentlichen New Yorks – auch wenn die 26 Millionen Dollar, welche die Stadt dem Met pro Jahr bezahlt, nur acht Prozent der jährlichen Kosten von 332 Millionen Dollar ausmachen. Trotzdem waren die 25 Dollar Eintritt bislang nur ein «Vorschlag»; auch wer nichts bezahlte, kam rein. Für New Yorker soll das Met auch künftig umsonst bleiben, mit «vorgeschlagenem Eintrittspreis». Alle anderen sollen zahlen. (sda)

Aktuelle Nachrichten