Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kunst-Quartett

Zwei Neulinge und zwei bekannte Werkart-Kunstschaffende sind in der Ausstellung «Vier Positionen» in der Galerie Werkart derzeit vereint. Zwischen zweien gelingt ein Dialog, zwischen den anderen beiden gelingt er weniger.
Christina Genova
Skulpturen von Reto Kern treffen auf Bilder von Marietta Widmer. (Bild: Coralie Wenger)

Skulpturen von Reto Kern treffen auf Bilder von Marietta Widmer. (Bild: Coralie Wenger)

Kurz vor der Verpuppung häutet sich die Schwalbenschwanz-Raupe ein letztes Mal. Das zu eng gewordene grosse Kleid wird abgestreift, entgeht jedoch nicht den achtsamen Augen Elsbeth Harlings. Ihr Blick ist geschärft für die kleinen Dinge in ihrem Garten.

Naturimpressionen

Die Farben- und Formenvielfalt der Natur bildet Fundus und Inspiration der Stettfurterin. Und sie lässt teilhaben an ihren Gartenbeobachtungen, hält die feinen Schönheiten im kleinen Format fest – als wolle sie den Betrachter zwingen, so genau hinzuschauen wie sie. Die Thurgauerin ist eine Virtuosin der Drucktechniken. «Licht und Schatten» nennt sie eine Serie mehrfarbiger Radierungen auf Büttenpapier. Dafür hat sie Naturimpressionen auf etwa ein Dutzend Kupferplatten eingeritzt. Immer wieder anders kombiniert und eingefärbt, entstehen so vielschichtige Unikate, so einzigartig wie die Natur.

Wie Elsbeth Harling stellt auch Amanda Zuber zum erstenmal in St. Gallen aus, für sie ist es gar der erste Schritt an die Öffentlichkeit. Die im selben Raum ausgestellten Werke der beiden Künstlerinnen harmonieren ausgezeichnet miteinander und bilden den Höhepunkt der Ausstellung «Vier Positionen» in der Galerie Werkart.

Die junge St. Galler Künstlerin und Kindergärtnerin zeigt ausgereifte, experimentelle Tonarbeiten. Sie sind Resultat einer längeren Auseinandersetzung mit verschiedenen Tonbearbeitungs- und -brennverfahren, dazu gehörte vor vier Jahren eine Studienreise nach China. Nach unzähligen Versuchen hat Amanda Zuber eine Art Urform gefunden. Es ist eine Kapsel, die entsteht, indem sie eine Halbschale formt und dann zusammenklappt. Die äussere Schicht bearbeitet sie mit dem Heissluftfön, bis eine Riss-Struktur entsteht. Auch Farbpigmente und Metalloxide arbeitet sie darin ein. Die geschlossenen Kapseln bergen noch ihr Geheimnis, geöffnet ermöglichen sie einen Blick ins farbige Innere.

Fische in allen Facetten

Zu den Neuentdeckungen gesellen sich im zweiten Raum die Werke von zwei Werkart-Habituées. Im Gegensatz zu Harlings und Zubers Arbeiten will ein Dialog zwischen Marietta Widmers Malerei und Reto Kerns Plastiken nicht recht gelingen. Fische in all ihren Facetten standen in den letzten Jahren im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung von Marietta Widmer, einer ausgebildeten Textildesignerin und aktiven Sporttaucherin.

Beäugt wird man allenthalben von riesigen, in satten Ölfarben gemalten Fischaugen, die in der Vergrösserung wie abstrakte Kunst wirken. Der bunteste «Fisch» im Schwarm ist jedoch Marietta Widmers Tochter Nina im farbenfrohen Badeanzug und roten Haaren. Das grossformatige Werk steht stellvertretend für eine neue Phase im Schaffen der Rorschacherberger Künstlerin. Zunehmend rückt der Mensch ins Zentrum ihres Interesses – immer unter Wasser, wohlverstanden.

Langgezogene Körper

Auch Reto Kern ist ein Bekannter in der Werkart. Der Künstler ist anders als vor drei Jahren nicht mit Holzskulpturen, sondern mit Eisenplastiken vertreten. Bestimmendes Thema bleibt der Mensch. Charakteristisch für den St. Galler Künstler sind schmale Silhouetten, langgezogene Körper und ein hoher Abstraktionsgrad. Die menschlichen Gestalten, unmöglich zu sagen, ob Mann oder Frau, befinden sich in verschiedenen Rost-Stadien.

Drei Skulpturen aus dünnem Eisenblech stehen im Vorgarten der Galerie, eisernen Scherenschnitten gleich. Jede vereint in sich drei Figuren: Dreisamkeit, Dreieinigkeit, Vater, Mutter, Kind. Einander gegenseitig Halt gebend stehen sie da, einerseits dekorativ, anderseits berührend in ihrer Einfachheit und Reduktion.

Bis 28.5.; Galerie Werkart St. Gallen. Morgen So, Sonntagsapéro, 12–15 Uhr; Finissage: Sa, 28.5., 13–16 Uhr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.