KUNST: Kirchners Grossstadtrausch

Das Kunsthaus Zürich zeigt frühe Gemälde des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner aus seinen Berliner Jahren.

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Neben den Grossstadtbildern zu sehen: Kirchners Nacktbadende an der Ostsee. (Bild: KEY)

Neben den Grossstadtbildern zu sehen: Kirchners Nacktbadende an der Ostsee. (Bild: KEY)

Seinen malerischen Höhepunkt seiner Berliner Jahre 1911–1917 erreichte Ernst Ludwig Kirchner mit schillernden Strassenszenen: Dirnen, schnelle Autos, Menschen­mengen. Mit diesen Gemälden wurde er zu einem wegweisenden Interpreten des modernen Grossstadtlebens. Eines dieser Meisterwerke, das 1913 entstand und den schlichten Titel «Die Strasse» trägt, ist seit 1939 eines der Glanzstücke im New Yorker Museum of Modern Art. Denn Kirchners Gemälde galten den Nazis als «entartete Kunst», sie wurden beschlagnahmt und verkauft. 160 Exponate umfasst die Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Die Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien zeigen den Maler vor allem als Grossstadtmenschen. Aber im Kontrast dazu auch als Künstler, der in den Sommermonaten auf der Ostseeinsel Fehmarn idyllische Landschaften mit nackt Badenden ­gemalt hat. Nachdem er als «unfreiwillig Freiwilliger» 1915 eingerückt war und einen Zusammenbruch erlitten hatte, versuchte Kirchner sich 1917/18 in einem Sanatorium in Kreuzlingen zu ­erholen. (sda)

Kunsthaus Zürich, bis 7. Mai

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