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Kunst auf und zwischen Plastikfolien

Beatrice Dörig war die Winter-Künstlerin im Gastatelier des Sitterwerks in St. Gallen. Sie hat den Raum als Freiraum, Denkraum und Experimentierraum genutzt, um den Übergang ihrer bisherigen Malerei ins Dreidimensionale zu erforschen.
Martin Preisser
Bildebenen auf hängenden Folien: Beatrice Dörig macht Mehrdeutigkeit transparent. (Bild: Martin Preisser)

Bildebenen auf hängenden Folien: Beatrice Dörig macht Mehrdeutigkeit transparent. (Bild: Martin Preisser)

ST. GALLEN. Kunst ist in vielen Fällen keine Wiederholung des bereits Gefundenen, oder sollte wenigstens keine sein. Im besten Fall hinterfragen Kunstschaffende ihr bisheriges Tun und erweitern es zu neuen Ideen und Konzepten. So auch Beatrice Dörig. Für die ruhig und unaufgeregt arbeitende St. Galler Künstlerin läuft es im Moment gut. Nach 2011 erhielt sie 2014 zum zweiten Mal einen Förderpreis der Stadt St. Gallen, 2015 folgte eine Ausstellung im St. Galler Architekturforum. Und jetzt das Gastatelier im Sitterwerk.

Wirklichkeit hinterfragen

Schon bei ihren Arbeiten mit Öl auf Leinwand hat die Künstlerin mehr und mehr die Wahrnehmung von Wirklichkeit thematisiert und hinterfragt. Und malerisch Wirklichkeit zerlegt, sich von ihr geheimnisvoll entfernt, um sie mit neuer Bedeutung aufzuladen. Im Sitterwerk zerlegte sie ihre Bildsujets jetzt auf ganz neuartige Weise. Statt auf Leinwand malte sie auf matt transparente und mehrere Quadratmeter grosse Plastikfolien. Sechs der bemalten Folien hängte sie dann dicht hintereinander. Im eigentlichen Sinn des Wortes entsteht dadurch eine spannende Mehrschichtigkeit, die die zugrunde liegenden Bildebenen, die aufgesplitteten Bildinhalte ganz ins Abstrakte gehen lässt. Noch mehr als in Dörigs früheren Arbeiten verschwindet der Inhalt hinter neuen, nicht mehr zuordenbaren Malfeldern.

Wie die Künstlerin über Ebenen von Wahrnehmung nachdenkt, das wird durch die Ebenen ihrer Acrylbilder auf Plastik materiell greifbar. Beatrice Dörig nutzte ihren Atelieraufenthalt, um Schritte aus der Malerei in neue dreidimensionale Räume zu gehen. Einige grosse Folien hat sie überdies unbemalt in den Atelierraum gehängt und mit dem Spiel aus Licht und leiser Bewegung eine unbemalte Installation entstehen lassen.

Labor-Charakter

Beatrice Dörig hat das Gastatelier konsequent als Experimentierraum genutzt. Ihre Arbeiten dort haben vergänglichen Labor-Charakter. Ein Ergebnis der dreimonatigen Sitterwerk-Zeit, die jetzt zu Ende gegangen ist, wird allerdings sichtbar werden: Im Mai ist die Künstlerin eingeladen, den Winterthurer Skulpturengarten Weiertal mit zu bespielen. Aus einer Malerei eines runden Teppichs, mit einer Lampe beleuchtet, wird im Weiertal eine unbemalte Betonplastik. Ein Relief, das die Malstrukturen und die verfremdeten Inhalte der Ausgangsmalerei ins Skulpturale umdeutet. Beatrice Dörig hat auch hierbei ihren Atelieraufenthalt genutzt, um sich im Materiallager des Sitterwerks über neue Materialien zu informieren, auch darüber, wie sie ihr beim Schritt aus der Malerei in «gemalte» Dreidimensionalität zu Diensten sein könnten.

www.galerieweiertal.ch

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