Kumpel für zu Hause

Im Kino Cars 2 ist der Motor einer gigantischen Merchandise-Maschine. Auch diese läuft nur dank grossartiger Filmkunst.

Philippe Reichen
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Das Auge rast mit: Lightning McQueen und sein Widersacher Francesco Bernoulli duellieren sich an der französisch-italienischen Küste. (Bild: Pixar)

Das Auge rast mit: Lightning McQueen und sein Widersacher Francesco Bernoulli duellieren sich an der französisch-italienischen Küste. (Bild: Pixar)

Die Kinobetreiber erwarten ihn ungeduldig, die Spielzeugläden haben ihn schon: den neuen Lightning McQueen, den knallroten Star, der im neuen Pixar-Film Cars 2 nach fünf Jahren Pause sein Leinwand-Comeback gibt. Auf T-Shirts gibt es ihn, als Computerspiel, Wasserpistole und natürlich Spielzeugauto, aus Metall, Plüsch, ferngesteuert, aufzieh- oder von Hand anschiebbar. Die Kinder wollen ihr Idol zu fassen kriegen, es in den Händen halten und das Gefühl bekommen, selbst kleine Helden zu sein. Sie wollen den Champion Lightning McQueen bewegen, Stories nachspielen, neue, eigene Geschichten inszenieren, ihn mit seinem Freund Mater zusammenbringen und mit dem Rivalen Francesco Bernoulli konfrontieren.

Cars war mässig erfolgreich

Nur wegen des Einspielergebnisses, und dieses schwebt in der Filmindustrie in der Regel wie ein Damoklesschwert über den Projekten, hätten die Pixar-Studios Cars 2 kaum produzieren müssen, wie ein Überblick zeigt. Die erste Cars-Episode aus dem Jahr 2006 spielte bei einem Aufwand von rund 120 Millionen Dollar bescheidene 462 Millionen Dollar ein. Fast alle Pixar-Filme der letzten Jahre waren gemessen am Publikumszuspruch erfolgreicher: Toy Story (1995) mit 362, Monster Inc. (2001) mit 525, Nemo (2003) mit 868, Ratatouille (2007) mit 624, Wall-E (2008) mit 521, Up (2009) mit 731 und Toy Story 3 (2010) mit weltweit 1010 eingespielten Millionen Dollars.

Der Verdacht liegt also nahe, dass Pixar den Film Cars 2 alleine wegen seiner Funktion als Merchandise-Maschine produziert hat. Würde man den Film tatsächlich darauf reduzieren, würde man ihm unrecht tun. Jedes Marketing funktioniert nur mit einem überzeugenden Produkt. Mit anderen Worten: Cars 2 überzeugt von Anfang bis Ende. Der Familienfilm wirkt frisch, frech, berührt und ist wie alle Pixar-Filme unter Regisseur John Lasseter mit Liebe und ungeheurem Aufwand gemacht worden.

Grosser Fight und ein Komplott

Cars 2 ist ein globales Abenteuer. Die Rennen werden in den Städten Tokio, Paris und London ausgetragen, dazwischen geht es für einen Abstecher an die italienisch-französische Küste, irgendwo zwischen Portofino und Nizza. Die Schauplätze sind attraktiv und brillant animiert.

Champion Lightning McQueen muss sich gegen den Italiener Francesco Bernoulli behaupten. Hook, McQueens bester Freund und Helfer, fällt für diese Aufgabe wegen einer Reihe unglücklicher Vorfälle ausser Rang und Traktanden, lässt es sich aber nicht nehmen, bei den Rennen inkognito mit dabei zu sein.

Bald wird klar: Im Hintergrund scheint ein Treibstoffproduzent die Rennen zu manipulieren. Der britische Spion Finn McMissile kümmert sich um die Aufklärung. In Cars 2 wird gebolzt und gestritten, geliebt und gefightet. Am Ende sind sämtliche offenen Rechnungen beglichen.

Ab morgen in den Kinos

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