KULTURPREISE: Kulturstiftung ehrt drei Innovative

Die Akkordeonisten Goran Kovacevic und Willi Valotti erhalten von der St. Gallischen Kulturstiftung je einen Anerkennungspreis, der Schriftsteller Frédéric Zwicker einen Förderpreis. Am 28. April ist Preisübergabe.

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Mit seinem Akkordeon durchwandert der 1971 geborene Goran Kovacevic musikalische Weltregionen und Traditionen vom Balkan nach Appenzell bis Argentinien, von der Volksmusik zum Tango Nuevo und vom Jazz zu klassischer Musik. Dies als Solomusiker und in einer grossen Zahl wechselnder Ensembles und Kooperationen. Als eigenwilliger Interpret ebenso wie als Komponist fächert Kovacevic ein musikalisches Spektrum auf, das seinesgleichen sucht. Bis heute hat er 46 CDs eingespielt. Seine Konzerttourneen führen ihn rund um den Globus. Leidenschaft und Virtuosität kennzeichnen sein Spiel ebenso wie sein Engagement für die Musik. Eine weitere Mission ist die Vermittlung, sei es als Professor am Landeskonservatorium in Feldkirch oder als Mitwirkender im Ensemble Die Schurken, das Kinder und Erwachsene mit theatral inszenierten Konzerten in die Welt der Musik entführt. 2016 begeisterte er das Publikum des Theaters St. Gallen mit seiner musikalischen Bearbeitung und Mitwirkung in Beate Vollacks Tanz-Interpretation von Peer Gynt.

Ein Erneuerer der Schweizer Volksmusik

Die beiden Anerkennungspreise sind mit 15000 Franken dotiert. Der zweite Preisträger ist der vielseitige Toggenburger Musiker Willi Valotti. Er gehört zu den Erneuerern der Schweizer Volksmusik. Als profunder Kenner der Appenzeller- und Innerschwyzer Volksmusik treibt er seine Kompositionen und Interpretationen unermüdlich auf die Spitze und bleibt dabei authentisch und volksnah. Mit seiner virtuosen und gefühlvollen Spielkunst und dem Spielen aus dem Stegreif pflegt der Akkordeonist höchste Ansprüche. Die Klänge seiner Landschaften trägt er in verschiedenen Formationen in die Welt hinaus: Von seiner allerersten, dem Echo vom Hemberg, und der einstigen Kapelle Heirassa über die Alderbuebe, die er seit 52 Jahren mitprägt, bis zum item Quartett und Willis Wyberkapelle. Auch dem Jodel gibt er mit frechen Kompositionen wegweisende Impulse. Als Verfechter des unverfälschten Naturjodels hat er alte Melodien erforscht und dirigiert.

Jungautor mit furiosem Dementen-Roman

Der Förderpreis in der Höhe von 10000 Franken geht an den 1983 geborenen Schriftsteller, Journalisten und Musiker Frédéric Zwicker, der 2016 mit seinem Début- roman «Hier können Sie im Kreis gehen!» aufgefallen ist. Das liegt am Thema Demenz, aber auch an der witzigen, tiefsinnigen und literarisch verspielten Art. Zwicker macht aus dem Dementen- einen Schelmenroman, bringt den melancholischen Blick auf das Leben mit einer doppelten Liebesgeschichte zusammen und schildert aus der Sicht eines charmanten Misanthropen ungeschönt den Alltag in einem Pflegeheim: Sprachlich präzis und dank einer abwechslungsreichen Dramaturgie luftig zu lesen. Hier verbinden sich Tiefsinn und Unterhaltung sehr schön. Zwicker schöpft aus monatelanger Erfahrung als Zivildienstleistender in solchen Heimen. (red)

Öffentliche Preisübergabe: Fr, 28.4., 19 Uhr, Dömli, Ebnat-Kappel