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Kultur und SRG - (k)ein Traumpaar

Contra
Rolf App
Sind die Kultursendungen der SRG ein gutgemachtes Nischenangebot oder ein überflüssiges Zelebrieren des Bildungsbürgertums? «Kulturplatz» mit Eva Wannenmacher, Radio SRF 2, Aufnahmestudio 1 in Zürich und der «Literaturclub» auf SRF 1 (Bilder im Uhrzeigersinn). (Bilder: Ennio Leanza/KEY, Oscar Alessio/SRF, Christian Beutler/KEY)

Sind die Kultursendungen der SRG ein gutgemachtes Nischenangebot oder ein überflüssiges Zelebrieren des Bildungsbürgertums? «Kulturplatz» mit Eva Wannenmacher, Radio SRF 2, Aufnahmestudio 1 in Zürich und der «Literaturclub» auf SRF 1 (Bilder im Uhrzeigersinn). (Bilder: Ennio Leanza/KEY, Oscar Alessio/SRF, Christian Beutler/KEY)

Ein Geständnis zum Start: Ich vermisse «Parlando». Radio DRS 2 hat den Besuch bei einem Künstler oder einer Künstlerin 2016 eingestellt, aus welchen Gründen auch immer. Auf meiner Liste regelmässigen Kulturradiokonsums bleibt nun noch die «Diskothek».

Mit ihr bin ich mal mehr, mal weniger glücklich. Mal sitzen extreme Spezialisten im Studio, die uns ihr Spezialistentum unangenehm spüren lassen. Mal sind es Liebhaber, die durchaus Profis sein können. Der Pianist Oliver Schnyder zählt zu ihnen. Er erzählt so viele köstliche Details, dass wir Zuhörer Teil werden eines sehr lebendigen kulturellen Lebens.

Teil werden: Darum ginge es auch im Kulturjournalismus in Radio und Fernsehen. Teil werden, das heisst nicht – wie etwa im Sport – enthusiastisch alles bejubeln. Es heisst auf der einen Seite: Genau hinschauen, verstehen, unterscheiden. Und andererseits: Emotionale und sinnliche Qualitäten vermitteln.

Nun ist das kulturelle Angebot potenziell bodenlos. Bei seiner Erkundung leisten Radio und Fernsehen viel. Aber sie tun es auf eine Weise, die mich immer wieder befremdet. Selten handeln sie ein Thema kontrovers ab, sogar der kontrovers angelegte «Literaturclub» tendiert zum Schulterklopfen – es sei denn, Elke Heidenreich sitzt in der Runde.

Noch schlimmer: Nicht immer, aber allzu oft berichten da Bildungsbürger für Bildungsbürger. Der Bildungsbürger zeichnet sich dadurch aus, dass er viel weiss und viel voraussetzt. Und dass er, weil er so vieles schon kennt, selten wirklich beeindruckt ist. Und berührt schon gar nicht. Er ist auch nicht mehr besonders neugierig, dieser Bildungsbürger. Es genügt ihm, was er sieht. So kommt denn im Gespräch mit der Schriftstellerin nur ihr Buch, nicht aber sie selber vor.

Neugierig ist «Parlando» gewesen. Aber es gibt Ersatz: «Klickklack» – im Bayerischen Fernsehen.

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