KULTBAND: Zwischen Wut und Verletzlichkeit

Die legendären US-Independent-Rocker The Pixies haben am Poolbar Festival gespielt. Frontmann Frank Black tat sich aber schwer mit dem Publikum.

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Eigenwillig: Frank Black (links) mit seinen Pixies. (Bild: Getty Image)

Eigenwillig: Frank Black (links) mit seinen Pixies. (Bild: Getty Image)

Es gibt kaum eine andere Band, die so viel Einfluss auf die Musik in den vergangenen drei Jahrzehnten hatte wie The Pixies. 1986 in Boston gegründet, inspirierte sie Bands und Künstler wie Radiohead, Nirvana und David Bowie.

Am 1.-August-Abend standen die amerikanischen Altmeister um Sänger Frank Black auf der Bühne des Montforthauses in Feldkirch im Rahmen des Poolbar Festivals. Bereits nach wenigen Minuten schallt der Kulthit «Here Comes Your Man» aus dem legendären Album «Doolittle» durch die Halle. Die Menge tobt.

Sänger sucht kaum Kontakt mit Publikum

Das Konzert hört sich teilweise wie ein arrangiertes DJ-Set an, ­jeder einzelne Song führt ohne Pause zum nächsten. Der glatzköpfige Sänger Frank Black gönnt sich keine Verschnaufpausen zwischen den Songs, sondern steckt seine volle Energie in seine Schreilaute, bei denen man nur schon vom Zu­hören heiser wird. Schwierig ist Blacks Verhältnis zum Publikum. Während des gesamten Konzerts gibt es kein einziges «Hello» oder eine andere Form der Interaktion. Der als tyrannisch geltende Frontmann war 1993 auch Grund für die Trennung der Gruppe. Ohne das Wissen der restlichen Bandmitglieder verkündete Black damals in einem Zeitungsinterview das Ende der Band. Es war zu jener Zeit, als das Musikgenre Grunge mit Bands wie Pearl Jam oder Nirvana auf dem Höhepunkt angelangt war. Grunge, eine Stilrichtung, für die The Pixies Wegbereiter waren.

Seit 2004 ist die Band von der US-Ostküste nun wieder zusammen. 2016 erschien mit «Head Carrier» das erste Album seit der Trennung 1993. Live richtig gut waren aber nicht die neueren Stücke, sondern die älteren und härteren Songs aus dem frühen Repertoire. Musikalisch und gefühlsmässig pendeln The Pixies zwischen Wut und Verletzlichkeit.

Gegen Ende der Show schaltete sich die Nebelmaschine in den Nonstop-Modus. Der Kunstrauch liess die Musiker unsichtbar werden. Es ist kein konzeptueller Zufall, dass aus­gerechnet der Hit «Where Is My Mind» diese düstere, rauchige Sphäre akustisch untermalte. Am Schluss verneigte sich Frank Black am vor dem Publikum. Immerhin.

Philipp Bürkler

philipp.buerkler@tagblatt.ch