Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kolumne

Künzlis Playlist: Swiss Relation

Unser Kulturredaktor schreibt in seiner aktuellen Kolumne über das Label ECM, das in den letzten 50 Jahren immer wieder auch Schweizer Jazzmusiker adelte.
Stefan Künzli
Stefan KünzliBild: CH Media

Stefan Künzli
Bild: CH Media

Von den Labels dieser Welt hat das ECM (Edition of Contemporary Music) eine Sonderstellung. Vor 50 Jahren von Manfred Eicher gegründet, hat er wie kein anderer Produzent einen ganz eigenen, transparenten Sound für sein Label definiert. Ob Jazz oder zeitgenössische klassische Musik. Wohl kein anderes Label hat diese Ausstrahlung. Wer als Musiker auf ECM erscheint, hat es geschafft.

In Lindau am Bodensee geboren, hat der Süddeutsche Eicher einen starken Bezug zur Schweiz. Nationalitäten interessieren ihn in seiner Auswahl aber nicht. Eicher folgt nichts anderem als seinem eigenen Geschmack. Auf ECM erscheint nur, was ihm selbst gefällt und seinen ästhetischen und qualitativen Ansprüchen genügt.

Umso erfreulicher, dass im Laufe der 50 Jahre immer wieder auch Schweizer Musiker von ECM geadelt wurden und werden. Den Anfang machte 1976 die Schweizer Band MAGOG von Klaus König auf dem Schwesterlabel Japo, gefolgt von der Luzerner Band OM mit dem brasilianischen Perkussionisten Dom Um Romao (1978). 1983 gesellte sich George Gruntz mit seiner Concert Jazz Band (Theatre) zur ECM-Familie und ein Jahr später das Pierre Favre Ensemble mit seinen «Singing Drums».

In den New Series (ab den 1980er-Jahren), die sich der zeitgenössischen klassischen Musik widmeten, sind Schweizer sogar noch stärker vertreten. Eichers Lieblingsmusiker sind hier Heinz Holliger mit insgesamt 15 Produktionen und Thomas Demenga mit 11. In dieser Playlist sollen aber vor allem Jazzmusiker erscheinen, weil ECM für den Jazz, namentlich den europäischen, entscheidend war. Eicher gab den Europäern bei ECM eine Plattform und half ihnen, sich vom US-Jazz zu emanzipieren und einen Jazz mit einer explizit europäischen Sprache zu entwickeln.

Der Perkussionist Pierre Favre führte mit bis heute vier Produktionen lange die ECM-Liste der Schweizer Jazzmusiker an. Inzwischen ist er von Nik Bärtsch mit bislang sechs Produktionen überholt worden. Überhaupt: Heute sind mit Elina Duni, Colin Vallon, Nicolas Masson, Vera Kappeler, Björn Meyer und Bärtsch so viele Schweizer Jazzmusiker bei ECM engagiert wie noch nie. Ein weiterer Qualitätsbeweis für den aktuellen Schweizer Jazz.

Folgen Sie Stefan Künzli auf Spotify, hören Sie seine Playlist zum Woodstock Festival:

MAGOG: Gogam (1976)

OM with Dom Um Romao: De Funk (1978)

George Gruntz Concert Jazz Band: In The Tradition Of Switzerland (1983)

Pierre Favre Ensemble: Carneval Of The Four, mit Fredy Studer (1984)

Koch/Schütz/Käppeli: Tatzelwurm (1987)

Christy Doran Red Twist & Tuned Arrow: Belluard (1987)

Paul Giger mit Pierre Favre und Jan Garbarek: Karma Shadub (1991)

Silvie Courvoisier: Abaton (2002)

Susanne Abbuehl: The Gift (2013)

Kappeler/Zumthor: Tor II (2014)

Björn Meyer: Three Thirteen (2017)

Colin Vallon Trio: Tsunami (2017)

Nicolas Masson: Travelers (2017)

Elina Duni : Vishnja (2018) >Nik Bärtsch Ronin: Awase (2018)

Nik Bärtsch Ronin: Awase (2018)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.