Künstlerin gestaltet Schmuck mit dem Maschinengewehr

Wenn sie Schmuck kreiert, nimmt Johanna Dahm auch mal ein Gewehr zur Hand. Im Textilmuseum St. Gallen stellt sie nun ihre provokativen Werke aus.

Melissa Müller
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Johanna Dahm ist die «Grande Dame der Schweizer Schmuckkunst». (Bild: Michel Canonica)

Johanna Dahm ist die «Grande Dame der Schweizer Schmuckkunst». (Bild: Michel Canonica)

Die Schmuckkünstlerin Johanna Dahm stellt derzeit im St. Galler Textilmuseum aus, im Rahmen der Ausstellung «Body Jewels». Man sieht dieser zierlichen, von der Gartenarbeit gebräunten Frau mit den silbergrauen Locken ihre 69 Jahre nicht an. An ihrer linken Hand glänzt ihr «Wilhelm Tell's Shot»-Ring. Sie habe ihn mit einem Maschinengewehr gemacht, «als Statement zur letzten Finanzkrise». Sie schoss durch 20-Gramm-Silber- und Goldbarren; das Einschussloch dient als Ringöffnung. Die starken Verwerfungen und der scharf ausgefranste Rand des Rings kratzen etwas am Finger. «Das muss so sein. Es hat sich durch den Schuss ergeben und verstärkt meine Aussage», sagt Johanna Dahm.

Seit vierzig Jahren kreiert die Zürcherin aussergewöhnlichen Schmuck. Im Zuge der 68er-Bewegung wandten sich junge Gestalter vom traditionellen Design ab und entwarfen experimentellen Schmuck. Dieser Avantgarde gehört Johanna Dahm an. Mittlerweile hängen ihre Stücke in Museen auf der ganzen Welt.

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