Kritik und Rekord bei Halbzeit

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Documenta Die documenta in Kassel feiert Halbzeit und neue Bestmarken bei den Besucherzahlen. Doch die Ausstellung ist umstritten. Sie sei «missraten» und «enttäuschend», urteilten Medien. In Kassel ist davon wenig zu spüren: Lange Menschenschlangen auf dem Friedrichs­platz, dem Herz der documenta, gehören fest zum Stadtbild. Die Zwischenbilanz der documenta-Macher bestätigt den Eindruck. 445000 Besucher seien bisher gekommen, 17 Prozent mehr als bei der Halbzeit der vergangenen documenta im Jahr 2012. Sehr zufrieden und «stolz» blicken die Verantwortlichen auf den bisherigen Verlauf zurück. «Die Leute scheinen zu kommen trotz massiver negativer Kritik», sagt der Kasseler Kunstwissenschafter Harald Kimpel. Er fasst die Ausstellung unter den Begriffen «radikale Entortung, Entzeitlichung und Entkunstung» zusammen. Es handle sich um eine «Mitleidsdocumenta», bei der einem «die Traumata von Menschen aus aller Welt kommentarlos vor die Füsse geworfen werden», sagt Kimpel. Die documenta dauert noch bis zum 17. September. (sda)