«Kritik hat mich getroffen»

Starkes Line-up – schwache Organisation: Mit diesem Konzept machte das Zürich Open Air in der Vergangenheit von sich reden. Der 33jährige Organisator Rolf Ronner gelobt für dieses Jahr Besserung.

Kathrin Reimann
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So schlammig sah es am Zürich Open Air im Jahr 2010 aus. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

So schlammig sah es am Zürich Open Air im Jahr 2010 aus. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Rolf Ronner, Sie stehen auf dem Festivalgelände. Wie sieht es aus?

Rolf Ronner: Gut, wir sind im Zeitrahmen, und das Wetter spielt mehr oder weniger mit. Wir sind bereit!

Kommt es dieses Jahr nicht wieder zu einer Schlammschlacht?

Ronner: Für einmal sehen die Prognosen recht freundlich aus, was uns freut, nach zwei Jahren Regen. Wir hatten wirklich Pech bisher. Ein Festival ohne Regen wäre also auch für uns eine neue Erfahrung. Trotzdem sind wir vorbereitet. Das Gelände haben wir leicht verändert und wie letztes Jahr die Böden mit breiten Holz- und Kunststoffplatten belegt. Ausserdem ist die zweite Bühne neu mit einem Zirkuszelt überdacht.

In der Vergangenheit haben ja einige Dinge nicht so gut geklappt. Wie haben Sie darauf reagiert?

Ronner: Es gab letztes Jahr Probleme mit dem Wasserdruck und darum auch nur bedingt Gratis-Trinkwasser. Dies konnten wir aber beheben. Zudem hatten wir am ersten Tag Lärmklagen, die alle mit einer Manipulation in einem Sponsorenzelt zusammenhingen. Da wir uns danach an die gesetzlichen Vorlagen von 100 Dezibel hielten, hatten wir keine Probleme mehr.

Sie mussten Kritik für Ihr Open Air einstecken. Wie gehen Sie damit um?

Ronner: Das trifft schon. Es arbeiten viele Leute sehr hart für diesen Anlass. Und wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Auch bei uns. Wir versuchen uns stetig zu verbessern. Ich hoffe, das sieht man auch.

Ist Ihnen das Line-up wichtiger als die Infrastruktur?

Ronner: Für das Line-up ist unsere Programmverantwortliche zuständig, und ich vertraue ihr voll und ganz. Sie hat einen sehr guten Musikgeschmack und weiss, was gerade gefragt ist. Die Infrastruktur ist mehr mein Gebiet, da ich dafür die Verantwortung trage.

Es ist also nicht Ihre persönliche Playlist, die hier live gespielt wird?

Ronner: Doch, das entspricht auch meinem privaten Musikgeschmack. Und dank dem Open Air entdecke ich jedes Jahr auch wieder neue Bands. Aber die Entscheidung liegt hierfür mehrheitlich bei unseren Musikprofis.

Was unterscheidet Ihr Festival von anderen?

Ronner: Wir haben einen eigenen Flughafen (lacht)! Nein, aber im Ernst, die Anbindung an die grösste Stadt der Schweiz sowie die damit verbundenen Annehmlichkeiten wie der öffentliche Verkehr sind aussergewöhnlich.

Haben Sie dieses Jahr irgendwelche Neuheiten auf dem Gelände?

Ronner: Wir haben eine App, die informiert und verlorengegangene Freunde auf dem Gelände wieder vereint. Dann haben wir die Karaoke-From-Hell-Band und einen Akku-Dienst, mit dem man sein Handy einfach in der Tasche aufladen kann.

Werden Sie sich selbst alle Konzerte anschauen?

Ronner: Leider bleibt mir hierfür nicht viel Zeit. Hin und wieder kann ich aber eine Band anschauen – wenn ich Glück habe (lacht)!

Open-Air-Chef Rolf Ronner. (Bild: ky)

Open-Air-Chef Rolf Ronner. (Bild: ky)