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Kristall für Florenz

Unvollendet Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde in Florenz die erste Etappe des neuen Opernhauses eingeweiht.
Yvonne Forster/Florenz
Glanzvoll: Der neue Kulturtempel von Florenz, entworfen vom Römer Architekten Paolo Desideri. (Bild: pd)

Glanzvoll: Der neue Kulturtempel von Florenz, entworfen vom Römer Architekten Paolo Desideri. (Bild: pd)

Eine kristallklare Nacht in Florenz. Die perfekte Kulisse, um das durch die gitterartig vorgesetzte Metallfassade hell beleuchtete, neue Opernhaus in seiner ganzen Pracht bestaunen zu können.

Am Mittwochabend war Eröffnung, obwohl noch längst nicht das ganze 250-Millionen-Euro-Projekt fertiggestellt ist. So fehlt zum Beispiel ein Parkhaus für die 5000 Besucher, die in den drei geplanten Sälen (Oper mit 1800, Konzertsaal mit 1100, Freilichtbühne mit 2200 Sitzen) Platz finden werden. Doch gerade ein Parking wäre an diesem Abend nötig gewesen: Das «Teatro dell'Opera» befindet sich neu in den «Cascine», dem grössten Park von Florenz am rechten Arno-Ufer. So mussten die Gäste – viele in Smoking und Abendkleid – den langen Weg zur Oper zu Fuss zurücklegen.

Ein Geschenk zum Jubiläum

Ein halbes Jahrhundert hat Florenz auf eine neue Heimat für Europas ältestes Musikfestival, den «Maggio Musicale Fiorentino», gewartet. Der vom Römer Architekten Paolo Desideri entworfene Bau wurde in nur zwei Jahren erstellt. Nicht grundlos: Ohne das 150-Jahr-Jubiläum der «Unità d'Italia» hätten weder der Staat noch die Stadt Florenz oder die toskanische Regierung 150 Millionen Euro für das kulturelle Mammutprojekt gespendet.

Jetzt hat Florenz auf einen Schlag das modernste Theater Italiens erhalten, wie Zubin Mehta, künstlerischer Direktor des Festivals, erwähnte. «Endlich wird man die Qualität meines Orchesters und des Chors in ihrer vollen Klarheit erleben können», sagte der Maestro, bevor er das grün-weiss-rote Band durchschnitt. Damit war die Bühne frei für Beethovens 3. und 9. Sinfonie. Zuvor aber sangen Chor und Publikum stehend Italiens Nationalhymne.

Ein bewegender Moment für die Florentiner in dieser architektonisch und akustisch einmaligen Kulisse. Der Hauptbau inmitten zweier Treppenrampen beherbergt nebst dem Konzert- auch den Opernsaal. Dieser steigt von der Bühne aus steil unter die schiefe Balkondecke auf, in welcher die Logen eingenistet sind. Die schrägen Balustraden erinnern an die Steilwandkurven einer Sechstagerennen-Bahn.

Dieser optische Effekt kommt vor allem der Akustik entgegen: Die rund geformte Galerie sowie die in hellem Graublau bezogenen Stühle sind mit Tannenholz umfasst, während die Wände und Decken aus «plissierten» Gipsrillen bestehen.

Es fehlen 100 Millionen Euro

So grandios die Musik im neuen Saal klingt, so ungewiss ist die Fertigstellung der Oper: Nach einer Reihe von Konzerten wird das Theater Ende Jahr wieder geschlossen. Es fehlen über 100 Millionen Euro zur Realisierung der Bühnentechnik, des Freilichttheaters, des Konzertsaals sowie für die gesamte Infrastruktur.

Die Geldquellen sind noch ungewiss. So wurde die definitive Eröffnung vom November 2012 von Bildungsminister Francesco Profumo in weite Ferne gerückt: «Zuerst müssen wir an die wirtschaftliche Renaissance Italiens denken.» Dabei hätte Florenz eine kulturelle Auffrischung dringend nötig.

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