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KRIMIS: Abstürze im Alpstein

Walter Burk dichtet den 27 Stationen des Whiskytreks je eine süffige Geschichte an. Und bedient einige Klischees.
Dieter Langhart

Schon wieder ein Toter auf den Staubern! Hugo steigt vom Berggasthaus auf und stürzt zu Tode. Er hat am Vorabend vom Whisky der «Edition Staubern» probiert, aber der war mit Methanol versetzt. Johan und Emil schleppen ein Fass auf die Meglisalp, wie früher die Säntisträger, doch nur einer kommt im Gasthaus an. Unfall oder Mord? Bruno Fässler und Max Dörig von der Innerrhoder Kriminalpolizei finden es heraus.

Walter Burk erzählt in seinem neuen Buch 27 solche Geschichten – je eine für jede Station des Whiskytreks, der im Mai 2015 eröffnet worden ist. Eine witzige Idee nach seiner Alpsteinkrimi-Trilogie. Die Schotten haben den Whisky erfunden, die Appenzeller auf ihre Berge gehievt. Genauer die Brauerei Locher in Appenzell: Ihre «einzigartigen Destillate» erschliessen dem Wanderer «neue unerwartete Geschmackserlebnisse, gepaart mit der reinen Bergluft des Alpsteins und seiner atemberaubenden Aussicht».

Für die 27 Kurzkrimis lässt Burk seiner Fantasie freien Lauf, bindet sie schön ein in die Umgebung der Berggasthäuser. Der Autor kennt den Alpstein wie seinen Hosensack, aber nicht jeder Leser – eine Karte wäre hilfreich.

Burk lässt im Schnee liegende Leichen finden, einen Mönch seinen Bruder umbringen, einen abgerissenen Finger als Wurst auftischen. Er flicht Sagen wie die der Glücksalp ein, lässt liebestrunkene Männer morden und eine Männergruppe den Mutigsten im Whiskyfass einen Wasserfall hinabstürzen. Keck führt Walter Burk den Whisky-Erfinder Aodh McBarrel ein, dessen Nachfahren den Weg in die Ostschweiz finden; er blättert zurück ins Jahr 1435 und auch in die nahe Zukunft. Unter den Fällen sind raffinierte, mystische, auch banale. Viele Einstiege überraschen, andere bedienen Klischees. Aber wer zur Vielfalt der Fälle eine spritzige Sprache erwartet, wird enttäuscht: Eingestreute Erklärungen und Exkurse bremsen den Erzählfluss enorm, die Dialoge sind bisweilen hölzern oder gar schwülstig. Und das Lektorat hat die Manierismen des Autors übersehen, vor allem die krampfhafte Vermeidung des Verbs sagen bei Dialogen.

Dieter Langhart

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