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Werdenberger Autorin schreibt über Gewalt am Rande eines Fussballmatchs

Zwei Bücher, ein Titel: In der vierten Edition des Ostschweizer Verlags Da Bux hat die Werdenberger Autorin und Co-Verlegerin Alice Gabathuler eine Geschichte über entfesselte Gewalt am Rande eines Fussballmatchs geschrieben. «Krawallnacht» erzählt von einem Date zweier Jugendlicher, die in Luzern miterleben, wie das Chaos ausbricht.
Bettina Kugler
Alice Gabathuler, Autorin vom Verlag Da Bux. Bild: Urs Bucher

Alice Gabathuler, Autorin vom Verlag Da Bux. Bild: Urs Bucher

«Krawallnacht» ist nicht Ihr erstes Buch über Gewalt. Was interessiert Sie daran?

Alice Gabathuler: Gewalt ist für mich ein Dauerthema. Im Roman «Mordsangst» zum Beispiel ging es um eine stadtbekannte Gang, die einen Jugendlichen tyrannisiert. Das habe ich aber völlig in den Sand gesetzt; ich musste es später umschreiben. Ich hatte mich, statt einen spannenden Krimi zu erzählen, mehr und mehr in der Frage verloren: Warum macht man das?

Aber um diese Frage nach dem Warum geht es in ­«Krawallnacht» doch auch.

Durchaus, doch es war von vornherein klar, dass ich hier schnell auf den Punkt kommen muss. Unsere Bücher haben je 60 Seiten, und sie sollen auch Ju­gendliche ansprechen, die sich schwertun mit dem Lesen.

Sind 60 Seiten nicht zu wenig für ein so komplexes und heikles Thema?

Sicher, man muss sich sehr einschränken. Man kann beispielsweise die Charaktere der Figuren nicht differenziert ausgestalten. Man kann auch keinen Läuterungsprozess beschreiben.

Haben Sie deshalb die ­Perspektive zweier Un­beteiligter gewählt?

Ja. Ich konnte das nicht aus der Sicht eines Täters schreiben. Die Krimiautorin Petra Ivanov hat es in «Geballte Wut» gewagt. Dieses Buch ist konsequent aus der Perspektive eines Messerstechers erzählt. Aber es erfordert Distanz und Reife beim Lesen. Jugendliche, das ist unsere Erfahrung im Verlag, brauchen Identifikationsfiguren, und sie wünschen sich Leitplanken. Dennoch wollen wir nicht plakativ moralisieren. Unsere Bücher sollen qualitativ «verheben», auch sprachlich. Einfach heisst nicht hingeschludert.

Waren Sie selbst schon so hautnah dran an einem Krawall wie Alina und Linus?

Zwar nicht auf der Strasse und so hautnah. Aber ich konnte es beobachten. Wir waren in einem Gebäude und konnten es nicht verlassen, weil unten auf dem Platz Chaos ausgebrochen war. Das ist wirklich beängstigend, auch wenn man in Sicherheit ist. Das wogt. Das schreit. Oft sind es eher kleine Gruppen, die eine solche Dynamik entfachen. Sie sind einfach extrem schnell. Oft kommt die Sanität nicht zu den Verletzten durch.

Haben Sie auch mit Betrof­fenen Gespräche geführt?

Ich lese vor allem sehr viel zum Thema. Ich bin ein Newsjunkie; ich lese online viele Zeitungen, Magazine, auch Fachartikel, Reportagen und Interviews.

Und warum sind es nun zwei Versionen?

Es hat einen simplen Grund: uns fehlte ein Autor für den vierten Titel der Edition. Ich setze Kollegen nicht gern unter Druck, denn ich weiss, wie sich das anfühlt. Da war das die rettende Idee. Und sie gefällt mir. Wir sehen die Realität subjektiv

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