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Theater TAK in Schaan zeigt Familienthriller ganz ohne Blut

In seiner ersten Eigenproduktion der Saison bringt das TAK-Theater in Schaan das Psychodrama «In einem finsteren Haus» des US-Dramatikers Neil LaBute auf die Bühne: Ein Missbrauchs-Thriller.
Hansruedi Kugler
Anwalt Drew (Philip Heimke), vorne, und sein Bruder, der Ex-Soldat Terry (Nikolaus Schmid). (Bild: Ilja Mess)

Anwalt Drew (Philip Heimke), vorne, und sein Bruder, der Ex-Soldat Terry (Nikolaus Schmid). (Bild: Ilja Mess)

Was für eine krasse Provokation: «Ich fand es toll, gleich beim ersten Mal, als er mich angefasst hat!» Terry, 41, Ex-Soldat in Afghanistan, wirft den Satz seinem jüngeren Bruder Drew an den Kopf. Gemeint ist damit der sexuelle Missbrauch in seiner Kindheit durch Todd, einen erwachsenen Freund. Es war eine masochistische Abwärtsspirale: Vom eigenen Vater verprügelt, fühlte er sich zu seinem sexuellen Ausbeuter hingezogen. Die Beichte kümmert den Bruder nicht.

Denn Drew, ein durchtriebener, reicher Anwalt, von Philip Heimke als zappelig-nervöser Kokain-Junkie gespielt, braucht Terry als Zeuge, um aus der geschlossenen Psychiatrie rauszukommen. Terry soll sagen, Drew sei als Kind missbraucht worden. Man ahnt die manipulative Lüge erst später. Auf der Bühne liegt ein Haufen riesiger Äste – gedacht für ein Baumhaus. Es ist auch ein Symbol der Trümmer ihrer Jugend, die Figuren verstolpern sich ständig darin. Nikolaus Schmid spielt Terry als ramponierten Typen. Seine wortkarge Verbitterung riecht nach Geheimnis. Er läuft herum mit einer «dunklen Wolke über dem Kopf». Gut sieht er aus, so gut, dass das junge Flittchen, das einen Minigolfplatz betreut, zur leichten Beute wird. Das ist zuletzt makabrer gemeint als nur als eine sexuelle Eroberung.

Die Wucht der Inszenierung kommt aus den Dialogen

Damit ist die perfide Bösartigkeit skizziert, die dieses Stück zum aufwühlenden Psychodrama voller Lügen, Eifersucht, Gewalt und Missbrauch macht. Ein Stück, das mit steigender Spannung und krassem Finale düstere Familiengeheimnisse enthüllt. Selten verlässt man ein Theaterstück so innerlich durchgeknetet: Den Magen umgedreht, das Herz zersprungen, die Moral im Eimer. Das Fantastische daran: Es braucht dafür kein Blut, kein Messer, keine Schlägerei, kein expliziter sexueller Missbrauch auf der Bühne. Die Wucht kommt im thrillerartigen Kammerstück alleine durch den Suspense in den Dialogen, im Angedeuteten und in den Kehrtwendungen: Das vermeintliche Opfer ein zynischer Lügner, der sympathische Melancholiker Opfer und Täter.

Vorstellungen

TAK Schaan: 22.9. und 27.9.; Alte Fabrik Rapperswil: 29.1.; Kellerbühne St. Gallen: 27.3. und 29.3.19.

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