KOPF DES TAGES: Dagobert Duck: Der Fantastilliardär wird 70

Der schwerreiche Dagobert Duck, allen bekannt durch seine Bäder im Taler-Vermögen, feiert einen runden Geburtstag. Seine Fans sind zahlreich, trotz seiner Gier.

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Dagobert Duck - ein Selfmade-Milliardär wird 70. (Bild: Walt Disney (obs))

Dagobert Duck - ein Selfmade-Milliardär wird 70. (Bild: Walt Disney (obs))

Wer ist der reichste Mann der Welt? Jeff Bezos von Amazon? Bill Gates von Microsoft? Falsch! Der reichste Mann der Welt heisst Dagobert Duck, und er wird nun 70 Jahre alt. Das exakte Geburtstagsdatum des bekannten Fantastilliardärs ist nicht bekannt; er behält es ebenso für sich wie den aktuellen Stand seines Vermögens. Sein Schöpfer Carl Barks kann auch nicht weiterhelfen; Barks starb im Jahr 2000.

Immerhin lässt sich Dagobert Duck nun feiern: Schon im Oktober erschien «Happy Birthday Onkel Dagobert! – 70 Goldene Jahre». Nun kommt die Sonderausgabe von «Micky Maus Spezial» mit «aufregenden Fakten zum Jubiläum der reichsten Ente der Welt» heraus. Ihr liegt zudem Dagoberts wertvollster Besitz bei: sein erster Glückstaler. Doch nicht genug, ebenfalls zum Jubiläum erscheinen noch eine Fortsetzungsgeschichte im Grossformat sowie das Taschenbuch «Gold und Silber lieb ich sehr».

Dass Dagobert Duck im Dezember 70 Jahre alt wird, stimmt einerseits – anderseits aber auch nicht. Comicfiguren, zumal unermesslich reiche, können sich eben nicht nur ein Geburtsdatum leisten.

In der über 200 Seiten dicken Lebensgeschichte «Onkel Dagobert – sein Leben, seine Milliarden», erschienen in den Neunzigerjahren, lässt Comicautor und -zeichner Don Rosa den berühmten Erpel nämlich schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblicken. Es geschieht dies in Schottland, der Heimat aller Knausrigen – und knausrig war Dagobert Duck trotz allen Reichtums bekanntlich auch.

Zu erfahren ist in dieser Biografie, dass Dagobert jedoch nicht schon von Haus aus reich war, sondern einer verarmten schottischen Adelsfamilie entstammt. Zum zehnten Geburtstag erhielt er von seinem Vater einen Schuhputzkasten, mit dem er sein erstes Geld verdiente. Durch den Verkauf von Torfblöcken zu Heizzwecken kam er zu jenem Geld, das nötig war, um den Schritt nach Amerika zu wagen.

Doch auch in Amerika hagelte es für Dagobert nicht gleich Taler. Erst als er auf der Suche nach Silber auf eine Kupferader stiess, ging es bergauf: Deren Ausbeute machte ihn aufgrund der aufkommenden Elektrizität wohlhabend.

Bis Dagobert Duck aber zum reichsten Mann der Welt wurde, vergingen noch etliche Jahre. Eine Reise nach Australien und das dortige Treffen mit einem Aborigine, einem Ureinwohner, brachte den Erpel schliesslich diesem Ziel näher. Dieser Aborigine prophezeite ihm nämlich, dass er am Yukon, also im Nordwesten Kanadas, Erfolg haben würde. Und so geschah es denn auch: Dagobert fand dort das Straussenei-Nugget und verdiente so seine erste Million.

Weitere finanzielle Erfolge folgten, und eines Tages war Dagobert tatsächlich der reichste Mann der Welt. Dies machte ihn jedoch nicht glücklich. Verbittert und zurückgezogen lebte er statt­dessen in seiner Villa. Was schliesslich aus seinem Vermögen wurde, ist unbekannt. Dagobert Duck löste nämlich sein Imperium auf, weil ihm niemand seines Erbes würdig schien.

So traurig geht es zum Glück im nun sieben Jahrzehnte währenden Leben des Dagobert Duck nicht zu. Vielmehr werden seine Fans ihn nun feiern – und zweifellos wird sich der Jubilar aus gegebenem Anlass auch ein Bad in seinen vielen Talern gönnen.

Richard Clavadetscher