Konzilsmusik zur Rückkehr der Mitra

Am Adventssonntag im Schloss Frauenfeld erklingt auch Musik aus dem Mittelalter: Corina Marti (Clavisimbalum und Flöten) und Javier Robledano Cabrera (Gesang) sind Mitglieder des auf diese Musik spezialisierten Ensembles La Morra.

Ursula Litmanowitsch
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Corina Marti Musikerin im Ensemble La Morra aus Basel (Bild: pd)

Corina Marti Musikerin im Ensemble La Morra aus Basel (Bild: pd)

Am Adventssonntag im Schloss Frauenfeld erklingt auch Musik aus dem Mittelalter: Corina Marti (Clavisimbalum und Flöten) und Javier Robledano Cabrera (Gesang) sind Mitglieder des auf diese Musik spezialisierten Ensembles La Morra.

Corina Marti, was ist für Sie besonders am Auftritt in Frauenfeld?

Die Rückkehr der wundervollen Mitra, der Bischofskrone, die zum Konzilsjubiläum nach Konstanz ausgeliehen war. Die Musik, die wir spielen, stammt aus der Zeitspanne des Konzils, das von 1414 bis 1418 dauerte.

Der Höhepunkt des Programms?

Jedes Stück ist ein Highlight.

Blockflötenspiel verbinden viele mit Laien-Musizieren, weshalb wohl?

Leider haben viele Menschen das Blockflötenspiel aus ihrer Kindheit in schlechter Erinnerung, weil sie oft im Gruppenunterricht von teils schlecht ausgebildeten Lehrern gezwungen wurden, auf minderwertigen Instrumenten zu spielen. Das ändert sich, wenn sie in einem Konzert die wahre Fülle und Schönheit dieses einzigartigen Instrumentes erfahren.

Das Ensemble La Morra hat sich auf mittelalterliche Musik spezialisiert. Was fasziniert Sie persönlich an dieser Musikepoche?

Ich habe mich in die Musik des Mittelalters verliebt und bin ihr treu geblieben. Und mich interessiert auch das gesellschaftliche

und politische Umfeld, in dem diese Musik entstanden ist.

Weshalb treten Sie in Frauenfeld im Duett auf, das Ensemble ist ja eigentlich ein Sextett?

Aus künstlerischen Erwägungen, weil wir die Kompositionen für diesen ganz besonderen Auftritt bewusst ausgewählt haben:

weitgehend anonyme Kompositionen und auch ganz wundervolle Stücke von Gilles Binchois und Paolo da Firenze.

Ist es für Sie vorteilhaft, wenn das Publikum keine oder wenig Vergleichsmöglichkeiten hat?

Liebhaber von mittelalterlicher Musik sind oft sehr gut vorbereitet und kennen die Literatur. Aber wenn die Musik die Seele berührt, ist unwichtig, ob man den Komponisten kennt.

Sie begleiten den Sänger am Clavisimbalum. Was ist das?

Ein mittelalterliches Cembalo.

Welche Ansprüche stellen Sie an sich selber?

Als Musiker ist man leider nie ganz zufrieden mit sich, man kann sich immer verbessern. Läuft alles gut, ist man glücklich. Manchmal fühlt man aber auch eine gewisse Leere, wenn alles vorüber ist.

So, 30.11., 11–17 Uhr, Schloss Frauenfeld; www.lamorra.info