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KONZERT: Der Akkordeon-Virtuose

Der Berner Mario Batkovic hat Akkordeonmusik neu erfunden. Er begeistert das Publikum weltweit und spielt vor ausverkauften Häusern. Am Samstag tritt Batkovic im Palace St. Gallen auf.

Ein Akkordeon ist kein Schwyzerörgeli: Das musste Mario Batkovic bis vor wenigen Jahren dem Publikum an Konzerten immer und immer wieder erklären. Der Berner mit bosnischen Wurzeln holt aus seinem Akkordeon Klänge heraus wie kein anderer.

Doch, wie nennt sich sein Genre? Akkordeon-Punk? Oder doch Akkordeon-Klassik? Das scheint Batkovic selbst nicht so wichtig zu sein: «Ich versuche lediglich, die unterschiedlichsten Menschen und Szenen zusammenzubringen.» An Konzerten interpretiert er Stücke auch immer wieder neu. Batkovic kam als Elfjähriger in die Schweiz, angefangen Akkordeon zu spielen hat er bereits mit vier Jahren. In seinem Heimatland herrschte damals Krieg und er musste sein rotes Akkordeon zurücklassen. In der Schweiz erhielt er zum Glück ein neues. Da er in Bern als kleiner Bub anfänglich nicht viele Freunde hatte, war das Akkordeon sein bester Freund. Dennoch will Batkovic nicht auf sein Instrument reduziert werden. «Ich bin nicht Akkordeonspieler, ich bin Musiker.»

In den vergangenen Jahren ist Batkovic mit den Berner Kummerbuben durch die Schweiz getourt oder hat auf dem aktuellen Album von Stiller Haas mitgewirkt. Musikalisch hat der Virtuose mittlerweile einen eigenen Stil entwickelt. In den vergangenen Jahren hat der heute 37-Jährige auch zahlreiche Stücke für Filme komponiert wie «Unser Garten Eden» von Mano Khalil über einen Schrebergarten im Westen der Stadt Bern oder «Der Imker» des gleichen Regisseurs. Seit seinem Album «Batkovic Solo» im Jahr 2016 startet Batkovic durch.

Karrierefördernd war in den vergangenen Jahren auch der Kontakt zu Geoff Barrow von der britischen Trip-Hop-Band Portishead. Dieser verpflichtete Batkovic für sein Label Invada. Auf diesem Label wurde Batkovics erstes Album aus dem Jahr 2015 in einer neuen, erweiterten Version in England neu veröffentlicht. Die englische Musikpresse hat ihn darauf als «Akkordeon-Futuristen» bezeichnet, sein Album gar als «Meilenstein der zeitgenössischen Musik» betitelt. Der Portishead-Kopf lud Batkovic nach Grossbritannien ein, wo der Berner im Vorprogramm von Barrows Band Break auftrat. Das Publikum tobte und Barrow war ebenfalls begeistert. Barrow habe zuerst gar nicht glauben können, dass man solche Klänge aus einem Akkordeon ohne Tricks und Effekte herausholen kann. Batkovic spielt im Ausland fast mehr Konzerte als in der Schweiz. «In Hamburg habe ich sogar in der Elbphilharmonie vor ausverkauftem Haus gespielt», so der Musiker.

Philipp Bürkler

philipp.buerkler@tagblatt.ch

Hinweis

Palace St. Gallen, Sa. 17.3. 21 Uhr

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