KONTROVERSE
Nach Twitter-Zoff folgt das Twitter-Off: Sandro Brotz verlässt nach Shitstorm alle Social-Media-Kanäle

In einem Tweet hat SRF-«Arena»-Moderator Sandro Brotz die 6000 Demonstranten in Liestal als Flatearther bezeichnet. Nach einer Flutwelle des Hasses zieht er sich aus allen Sozialen Medien zurück.

Julia Stephan
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«Arena»-Moderator Sandro Brotz wird öffentlich angefeindet.

«Arena»-Moderator Sandro Brotz wird öffentlich angefeindet.

Oscar Alessio/ SRF

«Arena»-Moderator Sandro Brotz (51) hat im Netz die Corona-Skeptiker mit einem Tweet gegen sich aufgebracht. Bezug nehmend auf die Anti-Corona-Demo in Liestal, an der rund 6000 Menschen teilnahmen, hatte er am 20. März verkündet:

Die Antwort aus dem Netz kam postwendend, nachdem das Magazin «Weltwoche den Tweet in einem kritischen Bericht über den Debattierstil des «Arena»-Moderators ausserhalb der Twitter-Blase verbreitet hatte. Aufgebrachte Teilnehmer der Demo beschimpften ihn in der Folge als «Kotzbrotz» und «Flachwixxer». Sie sprachen dem Moderator Intelligenz («Sandkastenlogik») und Berufskompetenz ab und bezeichneten ihn als eine Marionette des Staatsfernsehens. Dass Brotz als Antwort auf den kollektiven Wutaufschrei eine Blütenlese der Hasskommentare auf seinem Account veröffentlichte, hat den Shitstorm nur noch weiter verstärkt.

Unkonstruktiv und pauschalisierend

Irritiert hat der Tweet aber auch gemässigtere Stimmen. Unkonstruktiv und pauschalisierend sei er. Er treibe die Spaltung der Gesellschaft voran. Brotz, der bei den politischen Fernsehdebatten zwischen extremen Meinungen eine ausgleichende, neutrale Rolle einnimmt, wurde einmal mehr dafür kritisiert, dass er mit seiner eigenen politischen Meinung zu wenig hinter dem Berg hält.

Jetzt hat Brotz die Konsequenzen gezogen. Anstatt sich weiteren Angriffen auszusetzen, hat er angekündigt sich von sämtlichen Social-Media-Kanälen zu verabschieden. Auf Facebook schreibt er:

Auf Twitter postete er den Hashtag #Twoff , mit dem man auf der Plattform ankündigt, offline zu gehen.