Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KONSTANZ: Lieben wir das Leben oder nur uns selbst?

Das Tanztheaterprojekt «Lebenshunger – Lust For Life» ist ein unbedingt sehenswertes Stück voller athletischer Posen und Paarkonstellationen.
Brigitte Elsner-Heller

Tanz lebt von der Kraft der Emotionen, der Assoziationen. Das ist offenkundig, noch bevor die sechs Tänzerinnen und Tänzer für «Lebenshunger – Lust For Life» der niederländischen Choreografin Wies Merkx auf die Konstanzer Bühne kommen. Bevor die Klangbilder ausgebreitet werden, die den Tänzern mehr als Teppich dienen denn als Handlungsanweisungen. (Musik/Komposition: Guy Corneille, Lennart Siebers.) «Lebenshunger» war dann auch als Projekt angelegt, bei dem die Tänzerinnen und Tänzer an der Entwicklung der Choreografie beteiligt waren.

Alles kann, nichts muss; Leitsatz einer Generation

Geschildert wird die Lebenswelt einer Generation, in der persönliche Begegnungen durch körperliche Annäherung erfahren werden. Die temporeiche, manchmal atemlose Darbietung ist durchsetzt von athletischer Körperbeherrschung, begleitet von scheinbar teilnahmsloser Mimik. Hier sprechen Menschen allein durch körperhafte Gestik, wobei es bald nicht mehr um raumgreifendes Agieren geht, sondern um das Umfangen von Körpern, um Knoten und deren Auflösung, um Aggression, Lust und Kräftemessen.

Immer wieder finden sich neue Konstellationen zusammen, eine Dynamik, die per se keine endgültige «Lösung» zu versprechen scheint.

Lediglich einmal kehrt eine geradezu rührende Ruhe ein, als sich nacheinander alle durch Lust entspannten Paare zum Schlaf auf dem Bühnenboden aufreihen und sich eine gemeinsame stille Rhythmik dadurch ergibt, dass man sich schlafend umdreht. Bei den Tänzerinnen sticht neben ­Sophia Foltin, die bereits eigene Choreografien am Theater Konstanz realisiert hat, und der Französin Eléonore Pinet Bodin die Niederländerin Maartje Pasman hervor, die sich erstmals dem Konstanzer Publikum vorstellt. Leander Kämpf ist ein vielversprechendes Talent aus der Region, er kann sich kantig eigenwillig zeigen. Erstaunlich auch Peter Poniak, dessen eigentliche Profession das Sprechtheater ist. Wie ein Hühne wirkt daneben Mark Christoph Klee mit einem Körper, der eher dazu gedacht schien, einem Eishockeyspieler dienen zu wollen. Ganz erstaunlich dann dessen weiche Eleganz auch in athletischen Posen, von denen es in diesem Stück nicht wenige gibt.

Brigitte Elsner-Heller

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Vorstelllungen bis 1. März, Stadttheater Konstanz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.