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KOMÖDIE: Ein idiotensicherer Abend

Mit «Dinner für Spinner» hat die jüngste Produktion der Bühni Wyfelde im Theaterhaus Thurgau ihre Premiere gefeiert. Ein turbulenter Theaterspass.
Christof Lampart
Ein weinerlicher Kotzbrocken: Thomas Götz als Verleger Pierre Brochant. (Bild: Andrea Stalder)

Ein weinerlicher Kotzbrocken: Thomas Götz als Verleger Pierre Brochant. (Bild: Andrea Stalder)

Die Winterproduktion der Bühni Wyfelde stammt aus der Feder von Francis Veber. In der Hauptrolle glänzt Thomas Götz als weinerlicher Kotzbrocken. Er gibt den Verleger Pierre Brochant, der sich sagt: «Über Blödmänner kann man sich ruhig lustig machen – ich meine, wozu sind sie sonst da?» Brochant und seine Freunde gönnen sich allwöchentlich das Vergnügen, «Dinner für Spinner» zu veranstalten, zu denen jeder abwechselnd einen möglichst absonderlichen Spinner mitbringt. Dieses Mal glaubt Pierre Brochant, mit François Pignon, einem leidenschaftlichen Erbauer von Streichholz­modellen und Buchhalter im ­Finanzministerium, den Hauptgewinn des Abends in der Tasche zu haben. Aber wie das Leben manchmal so spielt, kommt Hochmut vor dem Fall.

Wortwitz, Komik und Tempo

Walter Millns hat die Komödie gekonnt in Szene gesetzt. Das ­Ensemble kann auch dieses Jahr auf bewährte Kräfte zählen. Dabei überzeugen Benjamin Heutschi als vermeintlicher «Weltklasseidiot» und Reto Meier als ebenso penibler wie fussballverrückter Finanzprüfer. Auch die Nebenrollen sind passend besetzt. Antine Haas mimt die spröde Verlegergattin, Peter Wenk den ehebrechenden Hausarzt, Heinz Wiederkehr den leutseligen, einzigen Vertrauten des Protagonisten und Lorena Soppelsa eine überdrehte Esoterikerin. Das Stück nimmt in Sachen Wortwitz und Situationskomik schnell Fahrt auf und behält dieses Tempo, was beileibe keine leichte Aufgabe darstellt – doch das Ensemble meistert sie. Beide Akte vergehen wie im Flug. Wenn etwas nicht ganz befriedigt, dann der Umstand, dass das Finale mehr in einem Cliffhanger denn in einer abgerundeten Geschichte mündet. Dass das anfangs auserkorene Opfer den ursprünglichen Täter am Ende nach allen Regeln der Kunst blossstellen wird, ist spätestens nach einer Viertelstunde jedem klar und somit kein «Geheimnis» mehr. Dennoch fiebert man den ganzen Abend mit. Denn die Frage, die sich das Publikum schon bald einmal stellt, lautet nicht, wer sich mehr blamieren wird, sondern ob es für diese Person irgendeinen wenn auch nur halbwegs passablen Ausweg aus der verfahrenen Situation geben wird.

Grell und geschmacklos

Das Bühnenbild (Bühne: Peter Affentranger) zeigt eine dekadente Wohnung in einem Pariser Quartier, in dem gnadenlos auch der letzte Winkel ausgeleuchtet ist (Licht und Ton: Joel Blaser und Günther Engeler). Hier wohnen Neureiche, bei denen alles teuer und geschmacklos ist, auch die Kunstsammlung. Kostüme und Requisiten (Natalie Péclard) unterstreichen das Ambiente. Das Premierenpublikum – beide Vorstellungen am Premierenabend waren ausverkauft – spendete einen langen und verdienten Applaus.

Christof Lampart

Vorstellungen bis 27. Januar buehniwyfelde.ch

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