Köpfe zusammenstecken

Das Atelier liegt nur wenige Meter unterhalb des Dachateliers an der Teufenerstrasse, und auch hier arbeiten mehrere Künstlerinnen unter einem Dach.

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Unter einem Dach: Jana Rabas, Sandra Bruggmann, Hélène Kaufmann Wiss (von links). (Bild: Michel Canonica)

Unter einem Dach: Jana Rabas, Sandra Bruggmann, Hélène Kaufmann Wiss (von links). (Bild: Michel Canonica)

Das Atelier liegt nur wenige Meter unterhalb des Dachateliers an der Teufenerstrasse, und auch hier arbeiten mehrere Künstlerinnen unter einem Dach. Sandra Bruggmann hat eine alte Druckmaschine in den hellen Raum gestellt, Hélène Kaufmann Wiss fertigt hier ihre Goldschmiede-Arbeiten, und Jana Rabas schnitzt an ihren Holzköpfen. «Es sind abgespeicherte Gefühle in Holz», sagt die St. Gallerin, die seit 16 Jahren von Hand schnitzt.

Jana Rabas gehört zu jenen, die am liebsten still arbeiten. Ausgestellt hat sie ihre Schnitzereien noch nie, verkaufen mag sie die Werke ebenfalls nicht. «Ich sammle sie für mich. So entsteht ein Kopf aus dem anderen.» Sogar die Arven- und Lindenholz-Schnipsel, die sie aus dem Holz schlägt, wirft sie nicht weg, sondern bewahrt sie in Papiertaschen auf. «Ich arbeite langsam, manchmal über Jahre, an einem Kopf. Die Schnipsel halten mir vor Augen, was schon hinter mir liegt.»

Bei «Fünfstern» macht die Handarbeitslehrerin zum dritten Mal mit, und bei aller Vorliebe zum stillen Kämmerlein hat sie sich für ein Gemeinschaftsatelier entschieden, wo sie auch einmal mit ihren Künstlerkolleginnen die Köpfe zusammenstecken kann. Dies manchmal auch wortwörtlich: Als die Arbeit an einem ihrer an siamesische Zwillinge erinnernden Doppelköpfe stockte, setzte sie sich kurzerhand mit Hélène Kaufmann Wiss vor den Spiegel, bis sie die richtige Perspektive fand. Roger Berhalter