Kleinstadt-Blues

HÖRBAR BLUES

Dieter Langhart
Drucken
Teilen
Bild: Dieter Langhart

Bild: Dieter Langhart

HÖRBAR BLUES

Philipp Fankhauser (1964, Thun) singt Englisch, hat sich inzwischen in die zweite Liga des Chicago-Blues gesungen und spielt inzwischen auch ganz ordentlich Gitarre. Vor einem halben Jahr gab er in der Mühle Hunziken drei Konzerte mit seiner Band und der Sängerin Margie Evans. Er kennt sie seit den Achtzigern, sie hat ihn auch mit der Checkerboard Blues Band begleitet. Beide singen solo: der Thuner seine Klassiker wie «Love Man Riding», «Try My Love» oder «Home Town», die Amerikanerin Billie Holidays ergreifendes «God Bless the Child» oder den Gospel «Time for Christ», und manchmal singen sie gemeinsam. Zu hören ist dies auf einem DVD-Mitschnitt aus der Mühle Hunziken. Samt CD (mit einer andern Liederreihenfolge, aber ohne die drei Bonustracks) kommt er in einem schmucken, jugendstilhaften Büchlein, das der Franzose Didier Cremieux gestaltet hat. Und alles ist dabei: Songtexte, Besetzung, Komponisten und auf der DVD ein «Behind the Scenes». Und die achtköpfige Band ist eine Wucht.

Philipp Fankhauser & Margie Evans: Unplugged, Sony. Fr, 8.4., 20 Uhr, Würth Haus Rorschach (Tür 19 Uhr)

Grossstadt-Blues

Max Werner Widmer alias Blues Max (1951, Kreuzlingen) hat sich eine breite Zürischnure zugelegt, aber nur für die Bühne. Auch er spielt immer besser Gitarre, meist akustisch und ironisch. Ironisch und lakonisch sind seine Songs, die von schrägen Vögeln und schrägen Sachen aus Zürich erzählen. Der Musikkabarettist lässt dabei «Kino im Kopf» entstehen, und so heisst auch sein jüngstes Programm. Er hat es 2014 und 2015 im Eisenwerk Frauenfeld aufgenommen und Auszüge als «Kino» auf CD gepresst. Typisch für Blues Max ist «Gitarema»: das Intro lang und instrumental, trocken der Text, treffsicher die Pointe: «Nöd jeden isch wen ich en Filosoof.» Zwei Lieder singt er Englisch, «The Blues Has Gone» und «The Thinker» mit dem Wortspiel «My baby left me, so what! What can I do?» Live und solo klingt Blues Max am intensivsten, für die CD hat er nicht nur Richard Koechli beigezogen wie bei «Kino im Kopf», sondern sechs weitere starke Mitmusiker, darunter Walter Baumgartner an der Schnuregiige. Die CD gibt sich karg, einziger Schmuck ist das Booklet mit zarten Zeichnungen.

Blues Max: Kino, Soundservice. Sa, 9.4., 21 Uhr, Blume Fischenthal

Bild: Dieter Langhart

Bild: Dieter Langhart

Aktuelle Nachrichten