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KLAVIERKONZERTE: Kurzkritik

Martin Preisser

Ungewohnte Stille

Alexander Melnikov wartete am Sonntag in der Tonhalle mit zwei beeindruckenden Konzerten auf. Sechs Beethoven-Sonaten an zwei Hammerflügeln: Das ruft Bewunderung für seine mentale Kondition und kenntnisreiche Sicht des frühen wie späten Beethoven hervor. Gegenüber dem Klang auf einem modernen Flügel hatte das Spiel auf dem nachgebauten Hammerflügel (nach einer Vorlage von 1795) Vorteile: Der Klang ist leise, der Hammerflügel bringt das Publikum in eine neue Stille. Er zwingt zum Lauschen. Und den Pianisten zu neuen Ausdrucksformen. Melnikov hat sie gefunden. Er spielte den frühen Beethoven (Sonaten Nr. 3, 6, 7) mit einer ans freie Improvisieren gemahnenden Manier, manchmal überraschend artikuliert, mit Natürlichkeit, aber auch einer gewissen skurrilen Versponnenheit, die das ­Experimentelle des frühen Beethoven von den stromlinienförmigen Höreindrücken ­«normaler» Klavierabende wegrückte. Melnikov besitzt auch für das Spätwerk eine feine, oft ein wenig eigenwillige Ader. Auch hier spielt er Beet­hoven gestisch, unterstreicht die geheimnisvolle Rhetorik. Für das Transzendentale einer Sonate op. 109 oder 111 stiess der originale Hammerflügel von 1825 vor allem in den hohen Lagen aber an die Grenzen, die Beethoven selbst immer wieder an den Instrumenten seiner Zeit bemängelt hat. Trotzdem: Der Klang hatte viel Wärme und pastellfarbige Klänge. In den Variationen über die Arietta von Opus 111 fehlte diesem Flügel indes dann doch jenes Volumen, das den Klang in stringentere Gefilde hätte führen können.

Martin Preisser

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