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Klassisch oder unter Strom? Bach!

Seit 1946 veranstalten die Stadt und die Internationale Bachgesellschaft Schaffhausen Bachfeste. Mit der 26. Ausgabe «Bach unterwegs» beleuchten sie Lebensstationen und Wirken Bachs bis in die Gegenwart.
Dieter Langhart
Musica Sequenza bestreitet die «Baroque Lounge» am Bachfest. (Bild: pd/Yoann Pisterman)

Musica Sequenza bestreitet die «Baroque Lounge» am Bachfest. (Bild: pd/Yoann Pisterman)

SCHAFFHAUSEN. Nicht alle Pianisten schaffen seine Fugen, Bach macht viel mit. Doch auch entstellter Bach ist noch immer grandioser Bach, während Wagenseil oder Donizetti untergehen würden. So argumentiert die Zeitschrift «Musik & Theater» und stellt das Ensemble Musica Sequenza um den Fagottisten Burak Özdemir vor.

Bach in ganz neuem Licht

Ihr Konzept «Sampling Baroque: Exposing Bach» haben sie vor einem Jahr bereits an den Festspielen in Halle ausprobiert, mit Händel also. Das hat eingeschlagen, und jetzt folgt am Rhein ein gesampelter Bach-Abend samt Live-DJ und Live-Video. Nicht im Theater oder Münster, sondern im Kulturzentrum Kammgarn, wo sonst gerockt und gejazzt wird. Nach Loussiers «Play Bach», also gewissermassen «Play Bach 2.0», wenn Burak Özdemir Synthesizer-Klänge über die Basslinien der Fugen legt.

Noch einen frischen, zeitgenössischen Zugang zu Bach bietet das 26. Bachfest an, das ihn schon mit Breakdance kombiniert hat: In «Bach in Beats & Voices» trifft der junge, preisgekrönte Perkussionist Simone Rubino auf das A-cappella-Ensemble Slixs, und neben viel Bach wird auch eine moderne Toccata zu hören sein – am Marimbaphon.

Das Bachfest ist der Stadt grösster Kulturanlass neben dem Jazzfestival und dem Open Air Stars in Town. Dennoch ist es noch nicht ausverkauft, denn auch am Rhein spüren die Veranstalter den Trend zu spontanen, späten Buchungen. Längst angemeldet hat sich Politprominenz wie Bundesrat Ueli Maurer oder der deutsche Botschafter Otto Lampe.

Radikal reduziert

Natürlich wird Bach auch wie gewohnt gespielt, von internationalen Grössen wie dem Collegium 1704 und Collegium Vocale 1704 aus Prag. Oder dann radikal reduziert, wie das Gabrieli Consort & Players bei der Matthäus-Passion beweist. Ihr Leiter Paul McCreesh lässt das Werk a due cori von Solisten singen, zweimal vier Solisten. Und fragt so, wie Bachs Werk überhaupt gedacht war, denn gewiss stand ihm in Leipzig nicht wie später Mendelssohn ein 150köpfiger Chor zur Verfügung.

Fünf Kantatengottesdienste

A propos Leipzig: Das Bachfest folgt Bachs Lebensstationen Dresden, Weimar – und Italien, auch wenn Bach nie südlicher als bis Karlsruhe gekommen war. Aber Bach beschäftigte sich intensiv mit Vivaldi, und folgerichtig lassen Gli Incogniti die beiden Meister einander ergänzen – in der Bergkirche Hallau, einem Ort mit italienischem Flair.

Ein besonderes, oft kopiertes Element des Schaffhauser Bachfests sind die Kantatengottesdienste. Für den Komponisten waren sie fundamental, er musste an der Thomaskirche zu Leipzig jeden Sonntag eine neue Kantate schreiben.

Mi–So, 4.–8.5., www.bachfest.ch

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