Klassik
Geht das, eine CD voller Schlaflieder? Die Sopranistin Olga Peretyatko hat es versucht

Opernsängerin Olga Peretyatko ist Mutter geworden und widmet ihrer neugeborenen Tochter ein ganzes Album. Bald singt sie in Luzern und Verbier.

Christian Berzins
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Olga Peretyatko mit ihrem Töchterchen Maya.

Olga Peretyatko mit ihrem Töchterchen Maya.

Melodiya


Wenn eine Opernsängerin Mutter wird, die deutsche Boulevardzeitung «Bild» die ersten Fotos abbildet und «Opern-Star zeigt ihr Babyglück» titelt, kann es sich nur um Anna Netrebko handeln. Doch weit gefehlt. Es ist zwar eine (mittlerweile deutsche) Russin, doch heisst sie Olga Peretyatko.

Dieser «Opernstar» konnte schon früh Bühnenerfahrung sammeln, alsbald lockten grosse Bühnen: In Pesaro wurde sie schon 2009 geliebt, in Salzburg 2012 beklatscht – und am Opernhaus Zürich 2016 bejubelt. Sie nahm bei Sony CD um CD auf.

Mit 41 sind die trällernden Jahre vorbei, grosse Verdi-Rollen sollen nun anstehen. ­Parallel zeigt sie sich mit einem überaus persönlichen Album, wo die korrekte Stimmführung auch einmal bebender Emotion geopfert wird. Kein Wunder, ist es doch ein Album voller Schlaflieder, jene klingenden, tief in unserer Seele verborgenen Sehnsuchtsorte. ­Peretyatko widmet das Album ihrer Tochter Maya, die am 27. 1. 2021 zur Welt kam. ­

Lullaby Mantra von Olga Peretyatko

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Zusammengekommen sind 23 Kompositionen in neun Sprachen, darunter Musik von Mozart bis Wagner. Das längste Lied ist mit «Mantra» überschrieben: Die klingende Botschaft wird 19-mal in 19 unterschiedlichen Sprachen ­wiederholt, der Schlaf ist danach gewiss. Was wohl passiert, wenn Peretyatko es im Konzert singt?

CD: Songs For Maya: Melodyia 2021.
Konzerte: 27. 5., 19.30 Uhr, Schweizerhof Luzern, www.zaubersee.ch; 19. 7. Verbier Festival.

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