Klarinette – bravourös

HÖRBAR KLASSIK

Mario Gerteis
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Bild: Mario Gerteis

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HÖRBAR KLASSIK

An Konzerten für Klarinette herrscht kein Überfluss. Der aufstrebende Grieche Dionysis Grammenos hält drei Stücke bereit, die – nach Mozarts Meilenstein – die Spur weiterführen: Louis Spohr frühromantisch virtuos. Der Däne Carl Nielsen, der im frühen 20. Jahrhundert das Blasinstrument zu Duellen mit der kleinen Trommel verlockt. Und Claude Debussy, der impressionistischen Zauber verströmt. Grammenos beweist, dass er Facetten beherrscht, von der Poesie bis zum Effekt, von der Kantabilität bis zur Bravour.

Klarinettenkonzerte von Spohr, Nielsen, Debussy. Dionysis Grammenos, Radio-Sinfonieorchester Wien, Ari Rasilainen, naïve V 5348

Violine – spielerisch

Die Violinkonzerte, die Patricia Kopatchinskaja darbietet, stammen von russischen Komponisten der frühen 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Noch etwas verbindet die Werke von Strawinsky und Prokofjew: der spielerische Zug – Prokofjew nannte sein 2. Violinkonzert «ernst, aber leicht». Auch die Unterschiede sind eminent, sie bieten der jungen moldawischen Geigerin die Gelegenheit, sich in wechselnden Sphären zu bewegen: in der spöttischen Ironie des barockisierenden Strawinsky wie im milden Pathos Prokofjews.

Violinkonzerte von Strawinsky und Prokofjew. Patricia Kopatchinskaja, London Philharmonic, Vladimir Jurowski, naive V5352

Cello – elegisch

War Edward Elgar, Englands bedeutendster Komponist der späten Romantik, ein Melancholiker? Sein letztes grosses Werk, das Cellokonzert, legt die Vermutung nahe. Jean-Guihen Queyras unterstreicht diesen Zug. Ohne die virtuosen Aspekte zu vernachlässigen, rückt er die anrührende Zärtlichkeit dieser Töne in den Vordergrund. Der agile Instrumentalist fügt romantische Kostproben dazu – zwei böhmische Miniaturen von Dvorák und Tschaikowskys muntere Rokoko-Variationen in ihrer raffiniert altertümelnden Manier.

Werke für Cello von Elgar, Dvorák, Tschaikowsky. Jean-Guihen Queyras, BBC Symphony Orchestra, Jiri Belohlavek. Harmonia Mundi HMC 902 148

Bild: Mario Gerteis

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