Kammermusik-Konzert: Klänge, die Länder und Kulturen vereinen

Gerda Neunhoeffer
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Was für ein Auftakt des 23. Zyklus der Kammermusik­reihe am Sonntagabend: Gerhard Pawlica hat fünf Ausnahmemusiker eingeladen, die grenzenlose Weltmusik zelebrieren. Seit vier Jahren spielt die Gruppe Kabantu zusammen, ihr Ziel ist es, Musik aus verschiedensten Ländern zu vereinen. Und das gelingt ihnen so phänomenal, dass die Zuhörer im Museum Rosengart öfters in Begeisterungsrufe ausbrechen. Der Saal mit den grossen Picasso-Bildern ist bis auf den letzten Platz besetzt, und die Musiker sagen, sie fühlen sich privilegiert, zwischen den berühmten Gemälden spielen zu dürfen. Ihre aussergewöhnliche Musik passt in ihrer Vielfalt an Klangfarben und Stilen dazu besonders gut.

Katie Foster aus Schottland entlockt ihrer Violine die spannendsten Töne, und wenn sie singt oder ganz rein pfeift, zeigt das schon mal, was das Quintett drauf hat. Abel Selaocoe aus Südafrika spielt nicht nur exzellent Cello, er singt in allen Lagen; Obertöne und allerlei afrikanische Laute mischt er genial mit den Rhythmen. Delia Stevens (deutsch-englisch) bespielt mit unglaublicher Fingerfertigkeit neben exotischen Trommeln und Rasseln auch das indonesische Hang, ein Metallinstrument mit fremdartigen Skalen.

Intensität, die ganz aus ihrem Inneren kommt

Ein ganzes Spektrum an Klängen entlockt Ben Sayah, geboren in Frankreich, seiner Gitarre, und Ali McMath aus Manchester spielt atemberaubend Kontrabass. Dass diese technisch und emotional auf höchster Ebene spielenden und singenden Musiker über die Stücke, die aus aller Welt stammen, zunächst improvisieren und daraus die Kompositionen gemeinsam entwickeln, gibt eine Intensität, die ganz aus ihrem Inneren kommt. Die vielseitigen Werke werden so fantastisch präsentiert, dass man vom Sog der Musik mitgerissen wird. Und noch viel mehr von diesen ungewohnten, Länder und Kulturen verbindenden Klängen hören möchte.

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