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KINO: Unterschätze nie ein Jersey-Girl

Der Indiefilm «Patti Cakes» ist eine Hommage an New Jersey und den Hip-Hop. Aber auch ­ an die Frauen generell und besonders an die, welche sich im Musik-Business durchsetzen.
Regina Grüter
Eine Wucht: Danielle Macdonald als Patti Cakes. (Bild: PD)

Eine Wucht: Danielle Macdonald als Patti Cakes. (Bild: PD)

In ihren Träumen ist sie die erfolgreiche Rapperin. Da holt sie Rap-Gott O-Z auf die mit grünem Rauch erfüllte Bühne. Oder sie ist der Star im eigenen Video, wo sie dem Publikum im Pharaoninnen-Look genüsslich die Mittelfinger entgegenstreckt. «Du bist hinreissend», sagt sie sich nach ernüchterndem Erwachen in den Spiegel. «Du bist die Boss Bitch.» Victory-Zeichen. Dann schwebt sie über die Quartierstrasse dem Rap-Himmel über den grünen Wolken entgegen, bis sie auf den harten Boden der Realität zurückgeholt wird: «Hey, Dumbo, räum die Strasse!»

Da hat Patricia Dombrowski (Danielle Macdonald) alias Patti Cakes schon all unsere Sympathien gewonnen. Die einleitenden Sequenzen skizzieren das Leben der 23-Jährigen zwischen täglichem Überlebenskampf und dem Ausleben ihrer Leidenschaft als Rapperin in New Jersey.

Warmherzig, positiv, reich an Körperfülle

Mit der desillusionierten Mutter und der sarkastischen Grossmutter (Bridget Everett und Cathy Moriarty, beide grossartig) wohnt sie in einem Saustall und trägt mit dem Job hinter der Theke einer lokalen Bar erheblich zum Familieneinkommen bei.

Trotz allem, Patti ist in gleichem Masse warmherzig und positiv wie reich an Körperfülle. R ’n’ B-Sänger und bester Freund Jheri (Siddharth Dhananjay) übertrifft Patti noch an Optimismus und gibt «Killa P» das nötige Selbstvertrauen.

«Keep your head up ­high!»

Als typische Underdog-Geschichte spielt «Patti Cakes» mit diesen Gegensätzen, mit Rap-Posen und grossen Gesten. Das ist mit viel Witz und Ironie in Szene gesetzt, wobei die Antiheldin – ein weisses, übergewichtiges Jersey-Girl – sympathisch und natürlich bleibt. Dann nimmt das amerikanische Feelgoodmovie einen klassischen Verlauf: Auf einen Rückschlag folgt ein erneutes Aufbäumen und schliesslich der Sieg auf allen Ebenen. Aber das macht nichts.

Geremy Jasper zeichnet in seinem Erstlingswerk für Regie und Drehbuch verantwortlich und hat auch alle – glänzend produzierten – Original-Songs geschrieben, welche die australische Newcomerin Danielle Macdonald mit der richtigen Einstellung performt. Sie ist tatsächlich die Boss Bitch.

Regina Grüter

ostschweizerkultur

@tagblatt.ch

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